Was bedeutet SEO im Content-Marketing?

In Kombination sind Content-Marketing und SEO überaus schlagkräftig. Sofern man das richtige Maß findet: Überzogene Onsite-Optimierung kann schnell zu Lasten der Content Experience gehen und mehr Schaden als Nutzen bringen.

Auf der anderen Seite ist generischer Traffic überaus willkommen, weil kostenlos und gut skalierbar. Da ist der Reiz groß, für jedes Longtail-Keyword einen eigenen Artikel im Blog zu veröffentlichen. Aber wir wirkt das auf den Zielkunden? Und führt das dauerhaft zu einem guten Ranking?

Was ist Wichtiger? Content-Qualität oder generischer Traffic?

Das Wichtigste vorweg: Produziere Content in erser Linie für den Zielkunden – und nicht für Suchmaschinen. Traffic bringt wenig, wenn Besucher nicht lange verweilen. Das merkt auch Google. Deshalb ist Content-Qualität wichtiger als Onsite-Optimierung. 

content-seo

Vorgehensweise

1. Keywords ermitteln

Zunächst einmal sollte jedes Content Asset auf genau ein (Long Tail) Keyword ausgerichtet sein. Umgekehrt gilt dasselbe: Für alle wichtigen Keywords sollte genau ein Artikel (oder eine Infografik, ein Video, …) existieren. Aber welches sind die wichtigsten Keywords?

Bei der Suche helfen Keyword-Tools wie der Google Keyword-Planer oder das kostenlose Tool keyword.io. Gute Ergebnisse liefert aber auch Google Suggest, also die Autovervollständigung der Google-Suche:

google-suggest-beispiel

Basis sind prinzipiell die gewählten Themenschwerpunkte, welche auch in Deiner Content-Marketing-Strategie beschrieben werden. Ausgehend von diesen lässt sich jeweils ein Content Cluster wie in dieser Skizze ableiten:

topic-cluster

2. Artikel auch für Synonyme schreiben

Denk daran, dass es auch für Fachbegriffe oftmals Synonyme gibt. Keyword-Tools liefern Dir diese leider nicht immer. Hier ist Deine Expertise gefragt. Oder aber Du durchstöberst Foren, Social Media Kanäle und die Webseiten Deiner Wettbewerber.

3. Infografiken und Videos einsetzen

Suchmaschinen mögen Artikel, die reichlich bebildert sind. Da es Dein Ziel sein sollte, User möglichst lange auf Deiner Website zu halten, sollten Grafiken, Bilder und Videos natürlich relevant sein. Nutze diese, um Textinhalte aufzulockern und inhaltlich zu ergänzen.

Noch ein Tipp: Verwende die wichtigen Keywords auch in den Dateinamen der Grafiken. Das vergrößert Deine Chance, Traffic über die Bildsuche abzugreifen.

4. Ladezeit überprüfen

Nutze den Google Speed Test, um die Ladegeschwindigkeit Deiner Seiten zu überprüfen. Wir empfehlen einen Wert von mindestens 80/100. Auf die Bremse drücken nicht nur schlecht komprimierte Grafiken, sondern auch Tracking- und Plugin-Skripte.

5. Mobile / AMP berücksichtigen

Vor allem Google ist es wichtig, dass alle Seiten in mobilen Endgeräten ohne Einschränkungen aufrufbar sind. Das bedeutet zum Beispiel, dass Texte ausreichend groß dargestellt werden und Buttons mindestens 48×48 Pixel groß sind und genug Abstand zueinander haben. Folgende Fehler moniert Google ganz besonders:

  • Inkompatible Plug-ins
  • Darstellungsbereich nicht festgelegt (kein Viewport)
  • Darstellungsbereich nicht für Auflösung der tatsächlichen Endgeräte festgelegt
  • Inhalt breiter als Bildschirm
  • Text ist zu klein zum Lesen
  • Anklickbare Elemente liegen zu dicht beieinander

Mehr zum Thema findest Du im Supportbereich von Google.

Nie verkehrt und vorteilhaft für SEO-Erfolg ist der Einsatz von AMP. Diese Technik generiert aus jeder Desktop-Webseite automatisch ein optimierte Mobile-Seite mit besonders hoher Ladegeschwindigkeit.

6. Strukturierte Daten verwenden

Wenn Du Deine Webseiten mit strukturierten Informationen auf Basis von Schema.org organisierst, sind die Inhalte besser indexierbar. Somit sind solche Markups für die Suchmaschinenoptimierung von relativ großer Relevanz. Die mit Hilfe strukturierter Daten erzeugten “Rich Snippets” erhöhen die Attraktivität von Suchergebnissen und können die Klickrate auf diese Ergebnisse deutlich verbessern.

7. Linkmagnete produzieren

Dass inhaltlich relevante Backlinks wichtig für Dein Ranking sind, müssen wir nicht explizit erwähnen. Der beste Weg, um ohne weiteres Zutun an Backlinks zu kommen, ist die Produktion besonders hochwertiger Content Assets. Das können Artikel, Videos oder Infografiken sein, welche große Aufmerksamkeit erzeugen. Im Fachjargon spricht man auch von “Linkmagneten”.

8. Social Media nutzen

Nachweislich hat die aktive Nutzung sozialer Netzwerke großen Einfluss auf SEO-Resultate auf Google, Bing und sonstigen Suchmaschinen. Und das auf gleich zwei Ebenen: Zum einen fördert Social Media Engagement die Generierung wertvoller Backlinks. Zum anderen wird die Anzahl an Follower, Shares, Likes etc. (“soziale Signale”) von Suchmaschinen positiv bewertet.

social-signals

9. Onsite-Optimierung

Zu guter Letzt achte unbedingt auf eine saubere Onsite-Optimierung. Primär bedeutet das:

  1. Je Artikel eine H1-Überschrift und ein Titel, in dem die zugehörige Keyword-Phrase vorkommt. Beides möglichst nur bestehend aus 6-8 Wörtern.
  2. Eine Seitenbeschreibung, in der das Keyword erneut vorkommt und welche den Titel ergänzt.
  3. Auch der Seitenname (also die URL) sollte das vollständige Keyword beinhalten. Verzichte dabei jedoch auf Sonder- und Leerzeichen.
  4. Den Inhalt mit Auflistungs-/Aufzählungs-Tags sowie mit Unterüberschriften (h2, h3, …) hierarchisch gliedern.
  5. Einsatz von Alt- bzw. Title-Tag in Grafiken und Hyperlinks.
  6. Wir empfehlen eine Artikelgröße von 500 bis 800 Wörtern und drei bis sechs Grafiken. Bei starkem Wettbewerb im Ranking empfiehlt sich eine größere Artikellänge.
  7. Verlinke die Seiten untereinander sinnvoll. Auch Links zu externen Quellen sind wertvoll, wenn diese relevanten Content beinhalten.

Nutze im Zweifel ein SEO-Tool wie zum Beispiel seobility oder Moz und achte darauf, dass automatisch aktuelle Sitemaps bereitgestellt werden.

Analytics

Die Erfolgsmessung bezieht sich stets auf vier unterschiedliche Kriterien, welche gleichermaßen die Anzahl der Visits beeinflussen:

1. Zu wenig Suchanfragen mit dem Keyword

Indikator: Zu wenig Impressions in der Suche
Maßnahme: Anderes Keyword ausprobieren

2. Ranking zu schwach

Indikator: Rankingposition ist größer als 20
Maßnahme: Seite optimieren

3. Zu wenig Klicks im Suchergebnis

Indikator: CTR zu gering (<1%)
Maßnahme: Meta-Titel und -Beschreibung besser ausformulieren

4. Stickiness zu schwach

Indikator: Verweildauer, Anzahl der Seiten je Sitzung sowie die Anzahl der Sitzungen je Woche/Monat
Maßnahme: Content optimieren

Prüfe unbedingt regelmäßig jeden dieser vier Faktoren. Nur wenn die Performance gleichermaßen gut ist, profitierst Du von generischem Traffic.

Maßnahmen dokumentieren

Erstelle eine Tabelle und dokumentiere jeder Optimierungsmaßnahme:

  • URL
  • Keyword
  • Position bzw. Verweildauer
  • Datum
  • Maßnahmenbeschreibung

Warte stets mindestens 10-14 Tage, bevor Du den Erfolg einzelner Maßnahmen erneut misst. So viel Zeit vergeht, bevor Maßnahmen tatsächlich greifen.

Weitergehende Optimierung von Low-Performance-Artikeln

Bist Du mit der SEO-Performance einzelner Seiten noch nicht zufrieden? Oder entspricht der generierte Traffc nicht Deinen Vorstellungen? Dann gehe Stück wie folgt vor:

  1. Wechsle auf ein alternatives Keyword bzw. Long Tail Keyword, welches viel Potenzial verspricht. Die Google Search Console liefert fast immer gute Ideen.
  2. Lege Artikel zusammen, bei denden sich die Keywords überschneiden und SEO-Maßnahmen kanibalisieren. Entferne alternativ eine der beiden Seiten aus dem Google-Index.
  3. Liefert eine Seite immer noch vergleichsweise wenig generischen Traffic, ist aber ansonsten gut besucht, entferne sie aus dem Google-Index.
  4. Allgemein inperformante Seiten kannst Du ruhigen Gewissens löschen bzw. den Inhalt zerpflücken und in neue Artikel einfließen lassen.

Weitergehende Optimierung von High-Performance-Artikeln

Du willst mit ertragreichen Seiten den Platz #1 bei Google erreichen?

  • Erweitere Artikel inhaltlich
  • Kümmere Dich um eine maximale Verweildauer
  • Erarbeite Backlinks
 

Achtung: Vergiss nie, dass der Content vor allem Deinem Zielkunden gefallen muss. Nehme deshalb immer wieder dessen Perspektive ein und tue alles, um ihm den Aufenthalt auf der Website so angenehm wie möglich zu gestalten.

Fazit

Content ein starker Treibstoff für Top-Rankings bei Google und Co. Voraussetzung ist jedoch, dass man den Zielkunden im Auge behält und ihm eine hohe Content-Qualität liefert. Denn am Ende sind es Menschen und nicht Suchmaschinen, welche von Inhalten überzeugt werden sollen.

Über den Autor

Über den Autor

Frank Rix ist seit über 20 Jahren im Digitalmarketing unterwegs. Schon vor seinem Studium der Wirtschaftsinformatik beriet er Unternehmen wie Otto, Toyota Europe und Lufthansa.

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