Landingpage-Optimierung: Tipps und Beispiele

Landingpage-Optimierung: Tipps und Beispiele

Should I Stay or should I Go? Das fragt sich jeder Landingpage-Besucher. Seine Entscheidung fällt im Bruchteil einer Sekunde. Ist das Angebot verständlich? Klingt es attraktiv? Tatsächlich ist Landingpage-Optimierung nicht trivial, aber extrem wichtig.

Die Herausforderung bei der Optimierung

Jeder Kunde tickt anders. Unterschiedlich sind die Bedürfnisse, die Pain Points, die Motive, aber auch das Wissen und die Sprache. Es ist Deine Aufgabe, Dich auf die wichtigsten Zielkunden zu fokussieren und Dein Angebot präzise auf sie auszurichten. Das klappt nur, wenn Du Deine Kunden genau kennst. 

Ansätze zur Landingpage-Optimierung

Wenn man die Konversionsraten verschiedener Landingpages vergleicht, fallen die enormen Abweichungen auf. Tatsächlich performen optimierte Landingpages signifikant besser als nicht optimierte Landingpages von Wettbewerbern. Das Potential ist also riesig. 

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Das Tolle ist: Landimgpages lassen sich hervorragend testen und optimieren. Auch gibt es einige „Low-hanging Fruits“, die sich rasch ernten lassen. Hier die wichtigsten Mängel 

1. Ein überzeugendes Nutzenversprechen kreieren

Sehr häufig wird das Angebot nicht richtig verstanden. Oder aber es wird das Besondere an dem Angebot nicht wahrgenommen. In der Tat ist es alles andere als einfach, einen User binnen weniger Sekundenbruchteile von etwas zu begeistern. Doch das ist die Voraussetzung, um trotz alltäglicher Reizüberflutung Gehör zu finden.

Geeignete Maßnahmen: Versuche in wenigen Worten den Nutzen der Lösung zu formulieren. Was hat der Zielkunde davon? Warum ist das Angebot besser als alternative Lösungen? Mehr zum Thema Nutzenversprechen findest Du hier. 

2. Besser auf Kundenfragen eingehen

In den Köpfen der Besucher irren viele unausgesprochene Fragen umher: “Worum geht es hier?”, “Was bringt mir das?”,“Wie geht es weiter?”. Werden diese Fragen nicht zufriedenstellend beantwortet, steigt die Frustration beim Besucher und dieser verschwindet. Doch Vorsicht: Unpräzise Antworten und irrelevante Informationen können beim Kunden zu neuen Fragen führen.

Geeignete Maßnahmen: Halte Dich kurz und knapp. Lasse alles weg, was im Rahmen des Angebots zum aktuellen Zeitpunkt unwichtig ist.

3. Richtig testen

Viele Marketer führen sinnvolle Optimierungen durch, nehmen diese aber aufgrund verzerrter Testergebnisse wieder zurück. Wie kann das passieren? Ganz einfach: Zum Testen benötigt man eine ausreichend große Stichprobe von Usern, d. h. viele Besucher. Andernfalls lässt sich keine statistische Signifikanz ableiten. Crowdtesting verspricht Lösungsansätze, ist jedoch nicht in jedem Fall hilfreich.

Geeignete Maßnahmen: Verzichte auf hektische Änderungen. Besser ist es, länger und detaillierter zu testen. Es sollte ermittelt werden, ob tatsächlich Zielkunden angesprochen werden und wie sie sich auf der Landingpage verhalten. Lese dazu am besten unseren Tipp #9.

Landingpage optimieren: 9 hilfreiche Tipps

1. Fokussiere Dich auf ein einziges Reaktionsziel!

Versuche niemals, mit der Landingpage mehrere Ziele auf einmal anzuvisieren. Falls sich potenzielle Kunden für ein eBook registrieren sollen, dann bewerbe nicht im selben Maße einen Newsletter oder Ähnliches. Auch die SEO-Optimierung der Landingpage ist zunächst zweitrangig. Nur mit starkem Fokus auf ein einziges Reaktionsziel kannst Du gute Konversionsraten erzielen.

2. Erzeuge Aufmerksamkeit!

Du hast nur wenige Sekunden, um Deinen Besucher mit einer schlagkräftigen Überschrift zu fesseln. Diese sollte nur ein einziges Ziel verfolgen: Den Besucher zum Weiterlesen zu bewegen.

Visuell unterstützt wird die Überschrift mit einem „Hero Shot“. Dieser fungiert als Eyecatcher und unterstreicht die Botschaft. Beides muss sich „above-the-fold“ befinden, d.h. ohne Scrollen zu müssen auf dem ersten Blick sichtbar sein.

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Quelle: IKEA

Bonus-Tipp

Formuliere Deine Headline erst ganz zum Schluss aus.

3. Halte Dich kurz!

Der Besucher der Landingpage muss sofort verstehen, worum es geht. Im Vordergrund steht Dein Nutzenversprechen. Um das in der Kürze der Zeit zu erläutern, nutze unbedingt eine Auflistung von bis zu 5-7 Punkten („Bulletpoints“). Auch ein kurzes Video, eine Animation oder eine Grafik können dabei behilflich sein und sind besser geeignet als ein langer Text. Du darfst Deine Besucher weder überfordern noch langweilen. Im Zweifel gilt: Weniger ist mehr!

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Bonus-Tipp

Gestalte Formulare so kompakt wie möglich. Jedes einzelne Formularfeld wirkt wie ein Filter und verringert die Anzahl der Absendungen. Selbst dann, wenn das Ausfüllen "optional" ist.

4. Schaffe Vertrauen!

Genau genommen kannst Du Vertrauen gar nicht erschaffen, sondern allenfalls ein vertrauenswürdiges Umfeld. Das ist vor allem dann wichtig, wenn Dein Unternehmen bzw. die Marke nicht besonders bekannt ist. Denn vor allem in den digitalen Medien tummeln sich viele schwarze Schafe – und Kunden können oft nicht zwischen Gut und Böse unterscheiden.

Vertrauensbildende Elemente sind zum Beispiel TÜV-, Güte- oder Qualitätssiegel. Im Fachjargon spricht man hier vonm Social Proof. Ebenso wirkungsvoll sind Garantie-Versprechen, ein kostenloser Test, FAQs und natürlich Kommentare von Testimonials. Auch Fotos und ein selbstgedrehtes Video haben ihre Wirkung. Aber übertreibe es nicht. Nach fest kommt ab.

5. Widme dem Call-to-Action große Beachtung!

Eine ganz entscheidende Rolle auf der Landingpage nimmt die Handlungsaufforderung (Call-to-Action) ein. Wenn Du Deine Conversion Rate signifikant verbessern möchtest, setze zunächst hier an. Folgende Maßnahmen stehen bei der Optimierung im Mittelpunkt:

  • Der Call-to-Action bzw. CTA muss dem Besucher ins Auge springen. Nutze Farbkontraste und achte auf eine ausreichende Größe des Buttons.
  • Bei weniger erklärungsbedürftigen und teuren Angeboten platziere den CTA zusätzlich im Header.
  • Verwende eine aktivierendes, positives Wording.
  • Achte darauf, dass der Button mit maximal 2-3 Wörtern beschriftet wird. Je weniger Silben, desto besser. Icons und Symbole können beim Verkürzen helfen.
Icons und verschiedene Buttons für Webseiten

6. Setze einen positiven Verstärker ein!

Kurz vor dem anvisierten Schritt zögern potenzielle Kunden oftmals. Grund sind diffuse Zweifel. An dieser Stelle helfen gezielte positive „Verstärker“. Der Begriff entstammt der Verhaltensbiologie und der Psychologie, speziell dem Behaviorismus. Ein positiver Verstärker (=Belohnung) ist ein angenehmer Reiz, welcher ein gewünschtes Verhalten fördert. Gut geeignet sind zum Beispiel:

  1. Geschenke/Beilagen, wie zum Beispiel: eBook, 2 zum Preis von 1
  2. Verknappung bzw. Befristung des Angebots („Scarcity“), wie zum Beispiel: Das Angebot gilt nur noch 12 Minuten / Nur noch 3 Einheiten verfügbar
  3. Social Proof, wie zum Beispiel: Heute registrierten sich bereits 98 Personen
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7. Optimiere die Landingpage-Ladezeit

Internet-Nutzer haben es chronisch eilig. Vor allem Nutzer mobiler Endgeräte. Deshalb müssen Seiten in Sekundenschnelle geladen sein. Dauert es zu lange, klicken sie einfach weiter. Ob sie jemals zurückkehren, ist fraglich.

Die Ladezeit beschreibt den Zeiraum zwischen Aufruf einer Seite und der vollständigen Funktionsfähigkeit, d. h. bis auch Skripte im Hintrergrund vollständig geladen sind. Ab 3 Sekunden ist es sehr schlecht um die Konversionsrate bestellt. 

Die Website-Ladezeit

Typische Ursachen für lange Seiten-Ladezeiten sind Grafiken und Tracking-Skripte. Viele WordPress-Websites werden zusätzlich durch Plugins ausgebremst. Hilfreiche Maßnahmen sind:

  • Optimiere und reduziere Grafiken! 
  • Entferne ungenutzte oder unnötige Skripte!
  • Entferne Slider ohne echten Mehrwert!
  • Deaktiviere ungenutzte oder unnötige Plugins!
  • Nutze Caching-Features bzw- -Plugins!

Bonus-Tipp

Das PageSpeed Insights Tool von Google hilft Dir dabei Deine Seitenladegeschwindigkeit auf allen Endgeräten zu messen und liefert Dir zudem wertvolle Tipps.

8. Erleichtere den mobilen Zugriff!

Das Smartphone ist unser ständiger Begleiter. Allein in Deutschland liegt die Nutzung bei 81 %. (Quelle: Statista) Immer mehr Menschen gehen mit ihren mobilen Endgeräten online. Voraussetzung dafür sind mobil optimierte Landingpages. Unternehmen müssen zunehmend darauf achten, dass ihre Inhalte im responsiven Design bzw. auf einer Mobile Site verfügbar sind.

Responsive Site

Inhalte der Seite werden dynamisch angeordnet, sodass diese auf den mobilen Endgeräten ohne scrollen oder zoomen gut lesbar sind. Je nach Displaygröße verändert sich Aufbau und Design.

Mobile Site

Mobile Webseiten werden separat gestaltet und programmiert. Die Inhalte weichen bewusst von der Desktop-Version ab. Darüber hinaus wird besonders auf eine schnelle Ladegeschwindigkeit, Übersichtlichkeit und Navigation geachtet.

Bonus-Tipp

Mit dem Mobile-Friendly-Test von Google lässt sich ganz einfach prüfen, ob Deine Landingpage für mobile Endgeräte geeignet ist.

9. Optimiere regelmäßig!

Dein Ziel muss es sein, eine Konversionsrate von 100 % zu erreichen! Bis dahin musst Du regelmäßig neue Ideen konzipieren und auf deren Basis Experimente durchführen. 

Conversion Optimierung Prozess

Variiere und überpüfe regelmäßig vor allem folgende Elemente:

  • Headline
  • CTA
  • Key Visual

A/B Tests sind erste Wahl, um Optimierungen valide bewerten zu können. In der Praxis lässt Du dann zwei oder mehr Varianten Deiner Landingpage nebeneinander laufen. Das Problem: Falls Du am Tag nur ein paar Dutzend Zugriffe auf Deine Landingpage hast, müssen Deine Tests schon sehr lange laufen, bist Du auf aussagekräftige Testergebnisse zurückgreifen kannst.

Bonus-Tipp

Nutze professionelle Landingpage-Tools oder lasse Dir ein CMS einrichten, welches schnelles Anpassen Deiner Landingpage ermöglicht (Inhalt und Design). Auch die Durchführung von Experimenten sollte möglich sein.

Beispiele für gelungene Landingpages

Abschließend noch ein paar Beispiele für gelungene Landingpages:

landingpage-beispiel-optimierung
Sehr reduzierte Landingpage mit dominatem Key Visual von der ERGO Versicherung.
landingpage-beispiel
Landingpage viel Social Proof von der FRIDAY Autoversicherung.
landingpage-beispiel
Landingpage mit Fokus auf Preisnachlass von der New York Times.
landingpage beispiel semrush
Landingpage mit Fokus auf das Nutzenversprechen von der SEMRUSH

Fazit

Es gibt unzählige Stellschrauben zur Landingpage-Optimierung. Gemäß dem Pareto-Prinzip (80-20-Regel) reicht es zunächst jedoch aus, wenn Du Dich auf die Low-hanging Fruits konzentrierst.
Sofern Du genug Traffic hast, kannst Du einen Schritt weitergehen und regelmäßig Experimente durchführen.

Über die Autorin
Über die Autorin

Carolin Weber ist erfahrene Social Media Managerin und Influencerin. Seit ihrem Bachelor of Arts im Mode- und Designmanagement unterstützt die Hamburgerin vor allem Unternehmen aus dem Umfeld von Food, Fashion und Lifestyle.

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