Landingpage-Optimierung: Tipps und Beispiele

Should I Stay or should I Go? Diese Entscheidung fällen Deine Landingpage-Besucher im Bruchteil einer Sekunde. Oft entscheiden Kleinigkeiten. Deshalb mutet Landingpage-Optimierung manchmal wie ein Stochern im Nebel an.

Die Herausforderung: Jeder Besucher hat eine individuelle Erwartungshaltung. Es Deine Aufgabe, diese nicht zu enttäuschen und die gewünschte Reaktion herbeizuführen. 

Darum sind viele Landingpages unzureichend optimiert.

Es gibt riesige Unterschiede bei Konversionsraten. Großen Einfluss auf deren Größe hat natürlich die Qualität des Traffics sowie die Attraktivität des Angebots. Daran mag man kurzfristig nicht rütteln können, doch es gibt zum Glück noch weitere Optimierungsmöglichkeiten.

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Landingpages haben einen großen Vorteil: Sie lassen sich hervorragend testen und optimieren. Darüber gibt es einige Low-hanging Fruits, die sich rasch ernten lassen. Viele ergeben sich aus den üblichen Optimierungsfehlern.

1. Fehler: Mangelhafte Flexibibilität

Beim Schalten von Landingpages ist Agilität und permanente Optimierung gefragt. Viele Marketer müssen jedoch für jede kleine Änderung oder einer Erfolgsmessung zunächst einmal die IT-Abteilung kontaktieren. Mangelhafte Flexibilität bremst Marketer regelmäßig aus.

Geeignete Maßnahmen: Nutze professionelle Landingpage-Tools oder lasse Dir ein CMS einrichten, welches schnelles Anpassen von Inhalten ermöglicht. Auch die Durchführung von Experimenten sollte möglich sein.

2. Fehler: Kein überzeugendes Nutzenversprechen

Sehr häufig wird das Angebot nicht richtig verstanden. Oder aber es wird das Besondere an dem Angebot nicht wahrgenommen. In der Tat ist es alles andere als einfach, einen User binnen weniger Sekundenbruchteile von etwas zu begeistern. Doch das ist die Voraussetzung, um trotz alltäglicher Reizüberflutung Gehör zu finden.

Geeignete Maßnahmen: Versuche in wenigen Worten den Nutzen der Lösung zu formulieren. Was hat der Zielkunde davon? Warum ist das Angebot besser als alternative Lösungen? Mehr zum Thema Nutzenversprechen findest Du hier. 

3. Fehler: Kundenfragen werden nicht beantwortet

In den Köpfen der Besucher irren viele unausgesprochene Fragen umher: “Worum geht es hier?”, “Was bringt mir das?”,“Wie geht es weiter?”. Werden diese Fragen nicht zufriedenstellend beantwortet, steigt die Frustration beim Besucher und dieser verschwindet. Doch Vorsicht: Unpräzise Antworten und irrelevante Informationen können beim Kunden zu neuen Fragen führen.

Geeignete Maßnahmen: Halte Dich kurz und knapp. Lasse alles weg, was im Rahmen des Angebots zum aktuellen Zeitpunkt unwichtig ist.

4. Fehler: Es wird falsch getestet

Viele Marketer führen sinnvolle Optimierungen durch, nehmen diese aber aufgrund verzerrter Testergebnisse wieder zurück. Wie kann das passieren? Ganz einfach: Zum Testen benötigt man eine ausreichend große Stichprobe von Usern, d. h. viele Besucher. Andernfalls lässt sich keine statistische Signifikanz ableiten. Crowdtesting verspricht Lösungsansätze, ist jedoch nicht in jedem Fall hilfreich.

Geeignete Maßnahmen: Verzichte auf hektische Änderungen. Besser ist es, länger und detaillierter zu testen. Es sollte ermittelt werden, ob tatsächlich Zielkunden angesprochen werden und wie sie sich auf der Landingpage verhalten. Lese dazu am besten unseren Tipp #9.

Landingpage optimieren: 9 hilfreiche Tipps

1. Fokussiere Dich auf ein einziges Reaktionsziel!

Versuche niemals, mit der Landingpage mehrere Ziele auf einmal anzuvisieren. Falls sich potenzielle Kunden für ein eBook registrieren sollen, dann bewerbe nicht im selben Maße einen Newsletter oder Ähnliches. Auch die SEO-Optimierung der Landingpage ist zunächst zweitrangig. Nur mit starkem Fokus auf ein einziges Reaktionsziel kannst Du gute Konversionsraten erzielen.

2. Erzeuge Aufmerksamkeit!

Du hast nur wenige Sekunden, um Deinen Besucher mit einer schlagkräftigen Überschrift zu fesseln. Diese sollte nur ein einziges Ziel verfolgen: Den Besucher zum Weiterlesen zu bewegen.

Visuell unterstützt wird die Überschrift mit einem „Hero Shot“. Dieser fungiert als Eyecatcher und unterstreicht die Botschaft. Beides muss sich „above-the-fold“ befinden, d.h. ohne Scrollen zu müssen auf dem ersten Blick sichtbar sein.

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Quelle: IKEA

Bonus-Tipp

Formuliere Deine Headline erst ganz zum Schluss aus.

3. Halte Dich kurz!

Der Besucher der Landingpage muss sofort verstehen, worum es geht. Im Vordergrund steht Dein Nutzenversprechen. Um das in der Kürze der Zeit zu erläutern, nutze unbedingt eine Auflistung von bis zu 5-7 Punkten („Bulletpoints“). Auch ein kurzes Video, eine Animation oder eine Grafik können dabei behilflich sein und sind besser geeignet als ein langer Text. Du darfst Deine Besucher weder überfordern noch langweilen. Im Zweifel gilt: Weniger ist mehr!

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Bonus-Tipp

Gestalte Formulare so kompakt wie möglich. Jedes einzelne Formularfeld wirkt wie ein Filter und verringert die Anzahl der Absendungen. Selbst dann, wenn das Ausfüllen "optional" ist.

4. Schaffe Vertrauen!

Genau genommen kannst Du Vertrauen gar nicht erschaffen, sondern allenfalls ein vertrauenswürdiges Umfeld. Das ist vor allem dann wichtig, wenn Dein Unternehmen bzw. die Marke nicht besonders bekannt ist. Denn vor allem in den digitalen Medien treiben sich viele schwarze Schafe herum – und Kunden können oft nicht zwischen Gut und Böse unterscheiden.

Vertrauensbildende Elemente sind zum Beispiel TÜV-, Güte- oder Qualitätssiegel. Ebenso Garantie-Versprechen, ein kostenloser Test, FAQs und natürlich Kommentare von Testimonials. Auch Fotos bzw. ein selbst gedrehtes Video können dazugehören. Aber übertreibe es nicht. Nach fest kommt ab.

5. Widme dem Call-to-Action große Beachtung!

Eine ganz entscheidende Rolle auf der Landingpage nimmt die Handlungsaufforderung (Call-to-Action) ein. Wenn Du Deine Conversion Rate signifikant verbessern möchtest, setze zunächst hier an. Folgende Maßnahmen stehen bei der Optimierung im Mittelpunkt:

  • Der Call-to-Action bzw. CTA muss dem Besucher ins Auge springen. Nutze Farbkontraste und achte auf eine ausreichende Größe des Buttons.
  • Bei weniger erklärungsbedürftigen und teuren Angeboten platziere den CTA zusätzlich im Header.
  • Verwende eine aktivierendes, positives Wording.
  • Achte darauf, dass der Button mit maximal 2-3 Wörtern beschriftet wird. Je weniger Silben, desto besser. Icons und Symbole können beim Verkürzen helfen.
Icons und verschiedene Buttons für Webseiten

6. Setze einen positiven Verstärker ein!

Kurz vor dem anvisierten Schritt zögern potenzielle Kunden oftmals. Grund sind diffuse Zweifel. An dieser Stelle helfen gezielte positive „Verstärker“. Der Begriff entstammt der Verhaltensbiologie und der Psychologie, speziell dem Behaviorismus. Ein positiver Verstärker (=Belohnung) ist ein angenehmer Reiz, welcher ein gewünschtes Verhalten fördert. Gut geeignet sind zum Beispiel:

  1. Geschenke/Beilagen, wie zum Beispiel: eBook, 2 zum Preis von 1
  2. Verknappung bzw. Befristung des Angebots („Scarcity“), wie zum Beispiel: Das Angebot gilt nur noch 12 Minuten / Nur noch 3 Einheiten verfügbar
  3. Social Proof, wie zum Beispiel: Heute registrierten sich bereits 98 Personen
verknappung-beispiel

Bonus-Tipp

Verwende stets nur einen bis maximal zwei positive Verstärker und gruppiere sie mit dem Call-to-Action.

7. Optimiere die Landingpage-Ladezeit

Internet-Nutzer haben es chronisch eilig. Vor allem Nutzer mobiler Endgeräte. Deshalb müssen Seiten in Sekundenschnelle geladen sein. Dauert es zu lange, klicken sie einfach weiter. Ob sie jemals zurückkehren, ist fraglich.

Die Ladezeit beschreibt den Zeiraum zwischen Aufruf einer Seite und der vollständigen Funktionsfähigkeit, d. h. bis auch Skripte im Hintrergrund vollständig geladen sind. Ab 3 Sekunden ist es sehr schlecht um die Konversionsrate bestellt. 

Die Website-Ladezeit

Typische Ursachen für lange Seiten-Ladezeiten sind Grafiken und Tracking-Skripte. Viele WordPress-Websites werden zusätzlich durch Plugins ausgebremst. Hilfreiche Maßnahmen sind:

  • Optimiere und reduziere Grafiken! 
  • Entferne ungenutzte oder unnötige Skripte!
  • Entferne Slider ohne echten Mehrwert!
  • Deaktiviere ungenutzte oder unnötige Plugins!
  • Nutze Caching-Features bzw- -Plugins!

Bonus-Tipp

Das PageSpeed Insights Tool von Google hilft Dir dabei Deine Seitenladegeschwindigkeit auf allen Endgeräten zu messen und liefert Dir zudem wertvolle Tipps.

8. Erleichtere den mobilen Zugriff!

Das Smartphone ist unser ständiger Begleiter. Allein in Deutschland liegt die Nutzung bei 81 %. (Quelle: Statista) Immer mehr Menschen gehen mit ihren mobilen Endgeräten online. Voraussetzung dafür sind mobil optimierte Landingpages. Unternehmen müssen zunehmend darauf achten, dass ihre Inhalte im responsiven Design bzw. auf einer Mobile Site verfügbar sind.

Responsive Site

Inhalte der Seite werden dynamisch angeordnet, sodass diese auf den mobilen Endgeräten ohne scrollen oder zoomen gut lesbar sind. Je nach Displaygröße verändert sich Aufbau und Design.

Mobile Site

Mobile Webseiten werden separat gestaltet und programmiert. Die Inhalte weichen bewusst von der Desktop-Version ab. Darüber hinaus wird besonders auf eine schnelle Ladegeschwindigkeit, Übersichtlichkeit und Navigation geachtet.

Bonus-Tipp

Mit dem Mobile-Friendly-Test von Google lässt sich ganz einfach prüfen, ob Deine Landingpage für mobile Endgeräte geeignet ist.

9. Optimiere regelmäßig!

Dein Ziel muss es sein, eine Konversionsrate von 100 % zu erreichen! Bis dahin musst Du regelmäßig Erfolgsmessung betreiben, Bottlenecks identifizieren und Optimierungen vornehmen. 

Conversion Optimierung Prozess

A/B Tests sind erste Wahl, um Optimierungen valide bewerten zu können. In der Praxis lässt Du dann zwei oder mehr Varianten Deiner Landingpage nebeneinander laufen. Das Problem: Falls Du am Tag nur ein paar Dutzend Zugriffe auf Deine Landingpage hast, müssen Deine Tests schon sehr lange laufen, bist Du auf aussagekräftige Testergebnisse zurückgreifen kannst.

Zur Recherche eignen sich folgende Analyseformen:

  • Klickpfad-Analyse (z. B. mit Google Analytics)
  • Seitenanalyse
  • Session Recordings (z. B. mit Mouseflow)
  • Scrollmaps
  • Clickmaps
  • Umfragen 

Beispiele für gelungene Landingpages

Abschließend noch ein paar Beispiele für gelungene Landingpages:

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Fazit

Es gibt unzählige Stellschrauben für eine Landingpage-Optimierung. Gemäß dem Pareto-Prinzip (80-20-Regel) reicht es zunächst, sich auf die hier beschriebenen Maßnahmen zu fokussieren.

Über den Autor

Über den Autor

Carolin Weber ist begeisterte Social Media Managerin sowie Influencerin – und verkörpert bei uns die Generation Y. Seit ihrem Bachelor of Arts im Mode- und Designmanagement unterstützt sie Unternehmen im Content-Marketing.

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