Website schneller machen: Tipps und Tricks

Website schneller machen: Tipps und Tricks

Lange Ladezeiten sind der größte Conversion Killer, denn der Otto-Normal-User ist chronisch in Eile. Auch Suchmaschinen strafen zu langsame Seiten ab. Deshalb ist es häufig ratsam, seine Website schneller zu machen. Aber wie funktioniert das?

Besonders gut performen muss die mobile Version Deiner Website. Denn unterwegs sind User ganz besonders ungeduldig. Hinzu kommen schlechte Verbindungen. Das Ergebnis einer zu langen Ladezeit: eine viel zu hohe Bounce Rate.

Die Website-Ladezeit

Was ist die Ladegeschwindigkeit?

Die Ladegeschwindigkeit einer Webseite ist die Dauer, die eine Seite vom Aufruf bis hin zum kompletten Aufbau benötigt. Folglich ist das die Zeit, in der ein User warten muss und nicht mit der Website interagieren kann.

Diese Zeit und der Aufbau werden im Rahmen der sogenannten Core Web Vitals von Google bewertet. Und zwar aus Live-Daten von Chrome Usern. Die entsprechenden Metriken sind folglich eine große Hilfe, aber auch ein wichtiger Ranking-Faktor.

Was macht eine Website langsam?

Prinzipiell reicht für eine Webseite eine einzige HTML-Datei. Ohne Grafiken, Fonts, Icons, Animationen, Tracking und sonstige Features kommt jedoch heutzutage niemand mehr aus, der um die Gunst von Kunden buhlt. Zum Vergleich: Die erste Website kam über diesen ganzen Schnickschnack und ist heute noch online.

Darüber hinaus kommt heute kaum noch jemand ohne ein Content Management System (CMS) aus. Webseiten werden folglich dynamisch generiert, was zu vielen weiteren latenten Flaschenhälsen führt.

Anzahl der Ressourcen

Wesentlicher Faktor für die Ladezeit ist die Anzahl der Ressourcen. Je mehr es sind, desto langsamer ist die Website.

Größe der Ressourcen

Ein ebenfalls wesentlicher Faktor für die Ladezeit ist die Größe der Ressourcen. Eine einzige Grafik kann alles ausbremsen.

Zeitpunkt des Ladens

Wenn ergänzende Ressourcen umgehend nach Aufruf einer Seite geladen werden, verlangsamt sich die Ladezeit besonders stark.

Anzahl der Datenendpunkte

Je mehr unterschiedliche Hosts zum Herunterladen von Ressourcen angezapft werden, desto stärker wird die Website ausgebremst. Denn jede Verbindung muss erst einmal aufgebaut werden. 

Website schneller machen

Eingesetztes Protokoll

Webserver und Browser kommunizieren miteinander. Üblicherweise auf Basis von http 1.2. Der Verbindungsaufbau ist auf dieser Basis ziemlich träge.

Immer mehr setzt sich http 2 (kurz H2) als moderne Alternative durch. Großer Vorteil: Anfragen können gebündelt werden (“Multplexing”) oder Ressourcen bereits vorab an den Client übertragen werden (“Server Push”).

http2 Website-Geschwindigkeit
Quelle: Anand Bhagwat

Bandbreite der Hosts

Ganz wichtig ist auch die Frage, wie groß der Datendurchsatz von den beteiligten Servern hin zum Client ist. Jeder Flaschenhals kann die Perfomance einer Seite enorm beeinträchtigen.

Struktur der Website

Jede Datei, die zum Öffnen der Website benötigt wird, muss geladen werden. Das braucht seine Zeit. Die Anzahl und Größe  der Grafiken, CSS- und Javascript-Dateien sowie der  Fonts haben also großen Einfluss auf die Ladezeit. Ebenso die Struktur des HTML-Codes.

Server Performance

Die Leistung der CPU, die Größe des Arbeitsspeichers, die Festplatten, Datenbank etc. entscheiden darüber, wie schnell ein CMS seine Arbeit erledigen kann. Auch der Webserver hat großen Einfluss: Im Linux-Umfeld ist apache nach wie vor der Marktführer, obwohl es längst deutlich schnellere HTTP-Server gibt.

Client Performance

Last but not least spielt natürlich auch die Leistungsfähigkeit des Clients eine Rolle. Vor allem die Ausführung von Javascript kann enorm viele CPU-Ressourcen schlucken.

Wie lässt sich die Ladezeit spürbar beschleunigen?

1. Istzustand ermitteln

Ermittle zunächst, was genau der Flaschenhals ist. Bereiten nur einige Seiten Probleme oder alle? Nutze GTMetrix oder Google PageSpeed Insights, um mehr zu erfahren. Führe mehrere Tests durch, weil Ergebnisse von der aktuellen Auslastung Deiner Internetverbindung abhängen können. Starte das Tool am besten im Ingoknito-Modus, damit es nicht durch Deine Browser-Plugins ausgebremst wird.

Vielleicht erzeugt Dein Javascript problematische Fehler? Hier findest Du ein paar Tipps zur Evaluation.

2. Ausmisten

Zunächst ist es Zeit, die Low hanging Fruits zu ernten. Entferne dazu alle ungenutzten Plugins, Widgets, Fonts und Features. Zum Beispiel eine kaum genutzte Kommentarfunktion oder Share-Buttons.

Prüfe nach, welche nicht mehr benötigten Tracking- und Analytics-Skripte noch laufen und entferne diese. Bei der Gelegenheit kannst Du ein Tag Management einrichten. Am besten serverseitig.

Ebenso entfernt können interne Weiterleitungen. Es ist ratsam, Verlinkungen immer auf den neuesten Stand zu halten. 

3. Caching einrichten

Für jedes CMS gibt es Erweiterungen oder Plugins, die für eine schnellere Bereitstellung von Ressourcen sorgen. Das Zaiberwort heisst Chachiing. Ein Cache ist ein Zwischenspeicher statischer Inhalte, die immer wieder mal angefordert werden. Zum Beisppiel eine CSS-Datei, die sich eh selten ändert.

Achtung: Je Website eignen sich Caching Tools unterschiedlich gut. Hier hilft nur ausprobieren.

3. Kompressionsverfahren einrichten

Aktiviere am Server Kompressionsverfahren wie gzip oder Brotli (Tool zum Testen). Kompression sorgt dafür, dass Dateien in verschlankter Form durch das Netz geschickt werden.

4. Hosting optimieren

Sorge dafür, dass beim Aufruf einer Seite möglichst alle Ressourcen lokal verfügbar sind und nicht auf fremde Hosts zugegriffen werden muss. Lege also zum Beispiel Google Fonts lokal ab. Dann müssen nicht unnötig viele Verbindungen zu externen Hosts aufgebaut werden.

5. Lazy Load

Normalerweise werden beim Aufruf einer Webseite alle Grafiken sofort geladen. Lazy Load sorgt dafür, dass immer nur jene Grafiken geladen werden, die für den User potenziell sichtbar sind, also benötigt werden. Alle anderen werden erst beim Scrollen der Seite geladen. Lazy Load ist Bestandteil vieler Caching Plugins.

6. CDN einrichten

Schnell umsetzbar und effektiv ist der Einsatz eines Content Delivery Networks (CDN). Der Einsatz lohnt sich vor allem für Webseitenbetreiber, die ihre Kunden überall auf der Welt ansprechen wollen. Tipp: Basisversion von Cloudflare ist vollkommen kostenlos. Im Hinblick auf DSGVO ist zum Beispiel ein CDN-Dienst wie Bunny interessant.

Netter Nebeneffekt: Mehr Schutz vor Bots und Spam.

Ultima Ratio: Neues Hosting

Deine Website ist immer noch zu langsam? Dann lohnt sich ein neues Hosting. 

  • Einen schnellen Hoster wählen!
  • Modernen Webserver einrichten: z. B. auf Basis von PHP 8, LiteSpeed und http 2
  • Auf ausreichend Arbeitsspeicher achten (z.B. für WordPress mit Elementor mind. 8 GB RAM)

Sind WordPress-Websites besonders langsam?

Nein, so pauschal lässt sich das nicht sagen. Problematisch ist definitiv der exzessive Einsatz von Plugins. Auch Elementor als Editor ist nicht die beste Wahl. Viele User sind deshalb längst auf Gutenberg umgestiegen.

Analyse-Tools

Die Gründe für mangelhafte Website-Geschwindigkeit können kompliziert sein. Viel Licht ins Dunkel bringt Lighthouse – ein Tool, welches in Chrome enthalten ist und über die F12-Taste geöffnet werden kann.

Lighthouse Tool

Du bist Firefox User? Lighthouse ist auch als Browser-Plug-in verfügbar. Hier geht es zum Download.

Weitere bekannte Analyse-Tools sind Pingdom und GTMetrix. Ein Blick lohnt sich definitiv.

Fazit

Eine Website schneller zu machen ist meistens ohne großen Aufwand möglich. In einigen Fällen lohnt sich der Einsatz eines neuen CMS oder ein leistungsfähigeres Hosting. Im Einsatz gegen Conversion-Killer sollte das eine gute Investition sein.

Über den Autor
Über den Autor

Moin aus Hamburg! Mein Name ist Frank und ich habe einst Wirtschaftsinformatik studiert. Seit rund 20 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Inbound-Marketing. Vor allem liebe ich es, hilfreichen Content zu publizieren.