Was ist eigentlich Outbound-Marketing?

Was ist eigentlich Outbound-Marketing?

Der Ursprung des Marketings ist eng mit dem mittelalterlichen Markt verwoben. Hier wurden lautstark Waren angepriesen. Ehre und Ruhm lockten, wenn man sich gegenüber den Wettbewerbern durchsetzen konnte. Nichts anderes ist Outbound-Marketing.

Was ist Outbound-Marketing?

Kurz gesagt ist Outbound-Marketing das aktive Verbreiten von Werbebotschaften, bei denen die angebotene Leistung im Vordergrund steht. Zum Einsatz kommt alles, was sich zum Erregen von Aufmerksamkeit eignet. Immer mehr Geld fließt in Online-Werbung (z. B. Werbebanner). Streuverluste nimmt man dabei in Kauf.

Auch traditionelle Kanäle spielen nach wie vor eine Rolle: Dazu zählen neben dem Telefon (Outbound Calls) jene, die auf  One-to-Many-Kommunikation (Massenmedien) setzen. Dazu gehören zum Beispiel Printmedien, TV und Rundfunk. 

outbound-marketing-übersicht

Outbound-Marketing vs. Inbound-Marketing

Das Pendant zu Outbound-Marketing ist Inbound-Marketing. Hier lässt man sich finden, d. h. man dekoriert sein Schaufenster, optimiert seine Website, verbreitet wertvollen Content und schafft so Nachfrage. Ebenso ist die pure Präsenz eines Händlers auf dem Marktplatz Inbound-Marketing.

Inbound-Marketing folglich ist ein Paradigmenwechsel. Anstatt den potenziellen Kunden aktiv zu umwerben, wird der Spieß umgedreht. Der Zielkunden wird mit nützlichen Inhalten und Services angelockt, um im nachfolgend eine Kundenbeziehung auf- und ausgebaut. Folglich ist Inbound-Marketing verwandt mit Content-Marketing und mit Beziehungsmarketing (Relationship Marketing).

Vorteile von Outbound-Marketing

Moderne Formen des Outbound-Marketings haben einen kurzfristigen Effekt, sind dafür jedoch stark skalierbar. Wer viel Aufmerksamkeit will, schaltet für 5,6 Millionen US-Dollar einen Werbespot in der Pause des Super Bowls. Das ist zwar teuer, aber sorgt garantiert für Aufmerksamkeit. Mehr Flexibilität bietet Online-Werbung. Hier reichen oft ein paar Klicks, um die Reichweite zu vervielfachen..

Nachteile von Outbound-Marketing

Potenzielle Kunden finden es oft lästig, mit Werbebotschaften bombardiert zu werden. Vor allem, wenn diese nicht auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Ein Grund, weshalb Werbefilter (“Adblocker”) an Popularität immer noch gewinnen.

Darüber hinaus ist für Bezahlwerbung im Internet (z. B. Bannerwerbung) früher oder später der ROMI (“Return of Marketing Investements”) miserabel. Denn funktionierende Werbung zieht immer auch Wettbewerber an, die auf ähnliche Weise um Kunden buhlen wollen.

Ist Content Promotion auch Outbound-Marketing?

Inbound- und Outbound-Marketing lässt sich nicht immer ganz klar trennen. Wird Content beworben, ist das normalerweise Inbound-Marketing, denn nicht das eigentliche Leistungsangebot wird (zumindest nicht direkt) beworben. Andererseits ist eine Werbeanzeige im Rahmen einer Content-Promotion-Kampagne (siehe Beispiel) eindeutig “outbound”.

Finden wir uns am besten damit ab, dass eine klare Abgrenzung nicht möglich ist.

Content Distribution Beispiel

Welche Rolle spielt heutzutage Outbound-Marketing?

In der Praxis heißt es oft: Inbound-Marketing hui – Outbound-Marketing pfui. Zu Unrecht, wie wir finden: Outbound-Marketing kann eine wichtige Ergänzung darstellen. Bereits auf dem mittelalterlichen Markt gehörte sowohl das Auslegen als auch das Anpreisen der Waren zusammen. Das Eine funktioniert nicht ohne das Andere.

Vor allem in gesättigten Märkten sowie bei starkem Wettbewerb bietet nur Outbound-Marketing die Möglichkeit, Wachstum zu erzielen. Gleiches gilt für sehr junge Märkte (Startup Marketing), also die Vermarktung neuartiger Leistungen und die Ansprache von Innovatoren.

Organic oder Paid?

Paid Advertising ist häufig Geldverschwendung! Zum einen, weil Online-Werbung immer schlechter funktioniert. Zum anderen, weil Deine Wettbewerber die Kosten für Werbung in die Höhe treiben. Dein Ziel sollte es sein, mindestens 80 % organischen Traffic (und daraus Leads und Sales) zu generieren.

Generisch eine eigene Audience mithilfe von Content oder Social Media zu entwickeln, kann eine gefühlte Ewigkeit dauern. Outbound-Werbung erlaubt es, schnell eine kritische Masse an Fans für sich zu gewinnen. Der Effekt ist jedoch lange nicht so nachhaltig wie jener von Inbound-Marketing.

Targeting

Moderne Formen des Outbound-Marketings lassen sich ohne große Streuverluste schalten. Das Zauberwort heißt “Targeting”. Targeted Advertising ist eine Internet-Werbeform, bei der es darum geht, Werbeeinblendungen themenrelevant am Inhalt von Zielseiten ausgerichtet oder bestimmten Zielgruppen entsprechend darzustellen. Weiterentwicklungen sind Retargeting, Contextual Targeting und semantisches Targeting.

Kosten

Outbound-Marketing gilt gemeinhin als teuer. Eine so pauschale Aussage ist schwierig. Die Produktion von professionellem Content für das Inbound-Marketing ist ebenso mit viel Zeit und Kosten verbunden. Zielkunden einfach anzurufen oder auf abendlichen Events oder auf Messen einfach anzusprechen, ist hingegen kostenlos.

Messbarkeit

Es wird oft behauptet, Outbound-Marketing sei prinzipiell schlechter messbar. Das ist natürlich Unsinn und kein Abgrenzungsmerkmal gegenüber Inbound-Marketing. Die Performance eines Werbebanners ist besser messbar als die eines Blogartikels. Zumindest im Performance-Marketing. Entscheidend für die Qualität der Erfolgsmessung ist der verwendete Kanal.

Über den Autor
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Moin aus Hamburg! Mein Name ist Frank und ich beschäftige mich bereits seit 25 Jahren mit E-Mail- und Content-Marketing. Als Diplom-Wirtschaftsinformatiker interessiert mich vor allem die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Falls Du mehr zu einem Thema wissen willst oder selbst als Autor*in in Aktion treten möchtest, melde Dich!

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