Was sind eigentlich Micro-Influencer?

Was sind eigentlich Micro-Influencer?

Wem glaubst Du mehr: Der adrett gekleideten Dame aus Fernsehwerbung oder einer Freundin? Natürlich genießen Freunde einen deutlichen Vertrauensvorsprung. In diese Kerbe schlägt Influencer-Marketing. Doch wie genau funktioniert das? Und welche Rolle spielen dabei Micro-Influencer?

Das Werben mithilfe professioneller Youtuber und Instagram-Sternchen, das Influencer-Marketing, gehört schon lange zum Marketingmix vieler Unternehmen. Die Professionalisierung der Disziplin und ein Abstumpfungseffekt beim User führen jedoch zu neuen Herausforderungen.

Was ist ein Influencer?

Influencer sind Menschen, die in sozialen Netzwerken aus ihrem Leben berichten und dabei Werbung für Dritte betreiben. Ihr strategisches Ziel ist der Aufbau einer möglichst großen und treuen Anhängerschaft (Fans, Follower, Freunde). Ein Grund, weshalb Influencer in einer gewissen Regelmäßigkeit in deren Feeds zu sehen sind.

Problem: Die Glaubwürdigkeit der Influencer sinkt tendenziell

Immer kritischer wird die Glaubwürdigkeit von Influencern gesehen. Social-Media-Stars mit hunderttausenden Followern, die wöchentlich auf unterschiedlichste Produkte schwören, können immer weniger überzeugen. Zusätzlich bekommt die Branche mit Fake Followers und Bots einen negativen Beigeschmack.

Wer ist ein Micro-Influencer?

Der Begriff Micro-Influencer (Alternativ: Mikro-Influencer) ist nicht genau definiert. Im Allgemeinen spricht man von Influencer, wenn die Person eine bestimmte Reichweite auf einem Social Media Kanal besitzt. In der Praxis spricht man bei einer Reichweite zwischen ca. 1.000 und 100.000 Followern von einem Micro-Influencer. Aktuell sind Instagram, TikTok und Youtube die wichtigsten Plattformen.

Wer ist Micro-Influencer?

Für Influencer ist nahezu jeder ihrer Follower ein Freund. Die hohe Authentizität und Glaubwürdigkeit, die sie mit sich bringen, bieten Dir die gleichen Vorteile wie eine freundschaftliche Empfehlung.

In vielen Fällen sind sie Experte auf einem bestimmten Gebiet oder haben eine Passion für ein bestimmtes Thema. Ihre Reichweite ist organisch gewachsen und besteht aus Familie, Freunden, Bekannten oder einfach Personen, die sich im Profil wiederfinden.

Wie unterscheiden sich Micro-Influencer zu Macro-Influencern?

Abgesehen von der höheren Reichweite, die die großen Stars am Influencer-Himmel erreichen, gibt es Faktoren, in denen die Vorteile von Micro-Influencer deutlich werden:

Mehr Engagement

Der größte Unterschied liegt in der Engagement Rate (Likes und Kommentare). Diese Kennzahl aus sozialen Netzwerken beschreibt die Intensität der AAuseinandersetzung bzw. die Interaktion von Followern mit den veröffentlichten Inhalten.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass das Engagement mit zunehmender Anzahl der Follower abnimmt. Somit haben Micro-Influencer in der Regel eine höhere Engagement Rate. Während starke Influencer laut internationalen Studien ca. 1 % Interaktion mit ihren Followern haben, sind Engagement Rates von Micro-Influencern etwa zwei- oder dreimal so hoch.

Tatsächlich gibt es jedoch große Unterschiede, abhängig vom Kanal:

Influencer Engagement
Quelle: Influencer MarketingHub

Für Unternehmen bietet das eine genauere Ansprache von gewünschten Zielgruppen. Denn mit zunehmender Anzahl der Follower nehmen auch die Streuverluste zu, da viele Fans unterschiedliche Interessen haben.

Höhere Authentizität

Häufig ist es für Unternehmen schwierig, Konsumenten auf authentische Weise anzusprechen. Passt der Micro-Influencer inhaltlich zu dem Produkt, kann diese Herausforderung gelöst werden. Ein Influencer wirkt echter auf seine Follower, da er auf deren Kommentare und Fragen eingehen und mit ihnen in einen inhaltlichen Dialog zu dem Produkt treten kann.

Doch um die Zielgruppe wirklich zu erreichen, ist die sorgfältige Auswahl passender Micro-Influencer essentiell.

5 Schritte für erfolgreiches Micro-Influencer-Marketing

Das Problem bei Micro-Influencern ist, sie sind MICRO – das bedeutet sie sind schwer zu finden:

  1. Lege zunächst die KPIs fest, an denen der Erfolg der Kampagne gemessen werden soll.
  2. Suche alle für Dich themenrelevanten Micro-Influencer raus und erstelle zunächst eine Micro-Influencer-Longlist.
  3. Sortiere Deine Longlist. Erstelle eine Micro-Influencer-Shortlist mit den Influencern, die wirklich zu Deinem Produkt passen.
  4. Trete mit den ausgewählten Micro-Influencer in Kontakt. Am besten persönlich und direkt über die gewünschte Plattform.
  5. Konzipiere gemeinsam mit dem Influencer Deine Micro-Influencer-Kampagne!
der-ideale-influencer
Quelle: 121watt.de

Influencer für B2B-Marketing

Selbstverständlich gibt es längst auch B2B Influencer. Da die Reichweite hier naturgemäß relativ gering es (vor allem in Nischenmärkten), lässt sich hier ausschließlich von Nano- und Micro-Influencern reden. Engagiert werden häufig Kunden, Mitarbeitende, Partner, Spezialisten (anerkannte Experten*innen oder Autoren*innen) oder spezielle Markenbotschafter (“Promis”). 

Kennzeichung als Werbung

Gemäß BGH-Urteil vom 09.09.2021 müssen Influencer Posts manchmal als Werbung gekennzeichnet sein. Insbesondere dann, wenn sie mit der Website des Auftraggebers verlinkt sind und eine Gegenleistung erfolgt. Die sogenannten “Tap Tags” gelten dabei nicht als direkte Verlinkung. 

Fazit

Die Arbeit mit Influencern eröffnet tolle Möglichkeiten. Dabei gilt: Micro-Influencer sind kostengünstiger als die großen Social Media Stars mit ihrer Millionen-Reichweite, erreichen aber dennoch viel Aufmerksamkeit und Engagament. Darüber hin aus gelten sie als besonders authentisch und glaubwürdig. Die Kunst ist es, die richtigen Micro-Influencer zu engagieren. Hierbei helfen spezialisierte Agenturen.

Ergänzende Artikel

Über die Autorin
Über die Autorin

Carolin Weber ist begeisterte Social Media Managerin sowie Influencerin – und verkörpert bei uns die Generation Y. Seit ihrem Bachelor of Arts im Mode- und Designmanagement unterstützt sie Unternehmen im Content-Marketing.