ICP (Ideal Customer Profile): So erstellst du dein ideales Kundenprofil

ICP (Ideal Customer Profile): So erstellst du dein ideales Kundenprofil

Ein Ideal Customer Profile (ICP) beschreibt den perfekten Kunden für dein Produkt oder deine Dienstleistung. Es basiert auf realen Daten und hilft, Marketing- und Vertriebsressourcen gezielt einzusetzen. Unternehmen, die ihr ICP klar definieren, gewinnen nicht nur passendere Leads, sondern steigern auch Abschlussquoten und langfristige Kundenbindung.

Inhaltsverzeichnis

Zielgruppen lassen sich nicht an demografischen Merkmalen festmachen. Schon gar nicht im B2B-Marketing. Es macht einen großen Unterschied, sein Produkt Kfz-Werkstätten aus der Region oder Automobilkonzernen anzubieten.

Pain Points, Kundenreise, Jobs-to-be-done, Wettbewerb, … alles kann grundlegend unterschiedlich sein. Im B2B Marketing und Sales fokussiert man sich deshalb auf bestimmte Kundentypen. Auf Unternehmen mit ganz bestimmten Ausprägungen.

Was ist ein Ideal Customer Profile?

Welche Vorteile hat ein Ideal Customer Profile?

Der Fokus auf bestimmte Organisationen gelingt am besten mit dokumentierten ICPs. Vor allem, weil eine zielgruppenspezifische Kommunikation so deutlich leichter fällt und die Akquisekosten nicht ausufern. ICP Marketing bedeutet: Weniger Streuverluste bei der Werbung sowie eine zielgerichtetere Kundensegmentierung im CRM.

Was umfasst ein Ideal Customer Profile?

Ein Ideal Customer Profile (kurz: ICP) ist die Beschreibung eines idealtypischen Unternehmens, auf die sich die Aktivitäten von Marketing und Sales (B2B) fokussieren. Zum Beispiel „Technische Verlage mit Sitz in Deutschland und 10+ Mio. Jahresumsatz„.

So ein Fokus ist aus verschiedenen Gründen sinnvoll. Abhängig von z. B. der Größe eines Unternehmens können sich

  • das Umsatzpotenzial (Kundenlebenswert),
  • die Mühen und Kosten für die Kundenakquise sowie
  • die Art der Kommunikation


gravierend unterscheiden. Deshalb spielen ICPs im CRM und Account Based Marketing (ABM) eine wichtige Rolle.

Auch Unternehmen aus ein und derselben Branche können sich enorm unterscheiden. Schon allein aufgrund ihrer Größe. Das Modell „Ideal Customer Profile“ beschreibt eine Organisation und umfasst weitere Merkmale. Die Beschreibung umfasst zum Beispiel:

  • Branche
  • Sub-Branche
  • Geschäftsmodell
  • Unternehmenssitz
  • Umsatz
  • Anzahl der Mitarbeiter
  • Eingesetzte Produkte bzw. Tech Stack
  • Pain Points
  • Jobs to be done
  • Expertise
  • Strategische Ausrichtung
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ICP vs. Buyer Persona: Der Unterschied

ICP und Buyer Persona werden oft in einen Topf geworfen – dabei beantworten sie zwei unterschiedliche Fragen. Das Ideal Customer Profile (ICP) beschreibt, welche Art von Unternehmen am besten zu deinem Angebot passt. Die Buyer Persona beschreibt, welche Person (Rolle) in diesem Unternehmen typischerweise beteiligt ist – inklusive Motive, Hürden und Informationsbedürfnisse. Kurz: ICP = Firmen-Fit, Persona = Menschen-Verständnis.

AspektIdeal Customer Profile (ICP)Buyer Persona
FokusUnternehmen / AccountPerson / Rolle im Buying Center
Beantwortet die Frage„Welche Unternehmen sind ideal für uns?“„Wer entscheidet, beeinflusst und nutzt – und warum?“
Typische MerkmaleBranche, Größe, Umsatz, Region, Tech Stack, Reifegrad, Buying Trigger, AusschlusskriterienRolle, Ziele, KPIs, Verantwortlichkeiten, Pain Points, Einwände, Informationsquellen
DatengrundlageCRM-Daten, Win/Loss-Analysen, Product Usage, Firmographics, Deal-DatenInterviews, Sales-Feedback, Support-Tickets, Nutzungsdaten, qualitative Insights
Einsatz im MarketingZielaccount-Listen, ABM-Targeting, Segmentierung, Budget-Allokation, Lead-/Account-ScoringMessaging, Content-Formate, Landingpages, Nurture-Strecken, Einwandbehandlung
Einsatz im VertriebPriorisierung von Accounts, Routing, Outreach-Strategie, Pipeline-Forecast, QualifizierungDiscovery-Fragen, Argumentation, Stakeholder-Management, Gesprächsleitfäden
Output / ArtefaktProfilbeschreibung + Score/Tier + Ausschlussliste („No-ICP“)Steckbrief(e) pro Rolle inkl. Einwänden & Triggern
Beispiel„Technische Verlage in DACH, 50–500 MA, Abo-/Membership-Modell, modernes CRM, klarer Retention-Fokus“„Head of CRM: will Churn senken, arbeitet datengetrieben, braucht schnelle Quick Wins, hat wenig IT-Kapazität“
Wann zuerst erstellen?Wenn Fokus & Priorisierung fehlen („Wir machen alles für alle…“)Wenn Botschaften/Content nicht zünden oder Sales viele Einwände hört

Tipps für die Entwicklung eines Ideal Customer Profile (ICP)

Bei der Entwicklung von ICPs gilt es, im Vorwege die Attraktivität der “Marktchance” zu beurteilen. Hier spielen folgende Kriterien die größte Rolle:

  • Kaufanreiz: Die angebotene Leistung hilft dem ICP beim Lösen eines Problems.
  • Marktvolumen: Größe und Wachstum des anvisierten Marktes erscheint groß genug.
  • Wirtschaftlichkeit: Die Akquisekosten sind deutlich geringer als das, was der ICP bereit ist, für die Leistung zu zahlen.
  • Umsetzbarkeit: mögliche Barrieren für Produktentwicklung, Marketing und Sales.
  • Markteinführung: Dauer der Marktentwicklung und des Verkaufszyklus.
  • Externe Risiken: Wettbewerber und Abhängigkeit von Dritten.

Du verfügst bereits über einen ausgeprägten Kundenstamm? Dann setze auf gängige Recherchemethoden, um besonders attraktiven ICPs zu ermitteln. Zum Beispiel mithilfe von Data Analytics, Benchmark-Analysen, Umfragen oder Interviews.

Wie viele ICPs sind sinnvoll?

Während Start-ups idealerweise mit einem einzigen Ideal Customer Profile starten (bis ein Product-Market-Fit erreicht ist) können etablierte Unternehmen durchaus mehrere ICPs parallel ins Visier nehmen. Aber Vorsicht: Je mehr es sind und je unterschiedlicher sie ausgeprägt sind, desto mehr Arbeit entsteht für Marketing und Sales.

Frank Rix: Autor, Berater und Freelancer
Über den Autor
Moin aus Hamburg!
Mein Name ist Frank und ich bin bereits seit Mitte der 1990er in der Digitalbranche unterwegs. Meine Schwerpunkte sind CRM und E-Mail-Marketing. Auch helfe ich bei der Marketing Automation Umsetzung.

Fazit

Ein klar definiertes Ideal Customer Profile ist die Grundlage für gezieltes und effizientes Marketing. Es hilft, Ressourcen auf die wertvollsten Kunden zu konzentrieren, Botschaften zu schärfen und Streuverluste zu vermeiden. Wer sein ICP regelmäßig überprüft und anpasst, schafft die Basis für nachhaltiges Wachstum und bessere Kundenbeziehungen.

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