Push-Nachricht: Definition, Beispiele & Tipps (ohne zu nerven)

Push-Nachricht: Definition, Beispiele & Tipps (ohne zu nerven)

Push-Nachrichten erreichen Nutzer direkt und in Echtzeit. Das macht sie zu einem starken Werkzeug im Marketing. Gleichzeitig riskieren Marken, mit zu vielen oder irrelevanten Nachrichten Vertrauen zu verspielen. Wie gelingen Push-Nachrichten, die nicht stören, sondern Mehrwert bieten?

Kurz erklärt

Eine Push-Nachricht ist eine kurze, meist Opt-in-Benachrichtigung, die Apps oder Browser direkt auf dem Gerät anzeigen, ohne dass der Nutzer aktiv danach sucht. Ziel ist Aufmerksamkeit in Echtzeit – ideal für Updates, Alerts oder Angebote, aber nur, wenn Relevanz und Frequenz stimmen.

  • Wo erscheint sie? Sperrbildschirm, Notification Center, Browser
  • Welche Arten? Info, Reminder, Promo, Feedback
  • Wichtig: Opt-in + jederzeit deaktivierbar

Bekommst auch du Benachrichtigungen auf deinem Mobiltelefon, wenn ein Bekannter einen Facebook-Beitrag kommentiert hat? Oder wenn eine neue Serien auf Netflix angekündigt wird? Dann hast du die Push Notifications der auslösenden Apps aktiviert.

Inhaltsangabe

Was sind Push-Nachrichten?

Fast jede Applikation auf deinem Smartphone oder Tablet versendet eigenständig Push-Nachrichten (aka Push Notifications bzw. Push-Benachrichtigung). Ohne die jeweilige App öffnen zu müssen, erfährt man so über z. B. neue E-Mails, Whatsapp-Status-Updates, Facebook-Freundschaftsanfragen, eBay-Angebote oder sonstiges, vermeintlich Relevantes. Weshalb der Kanal für den Einsatz im B2C CRM auch außerordentlich beliebt ist. 

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Quelle: Accengage

Ursprung

Ursprünglich dienten Push-Benachrichtigungen der Zeitersparnis: So führte BlackBerry 2003 Push-E-Mails ein, damit die Benutzer nicht ständig den Posteingang abrufen mussten. Apple hat Push 2008 dann zu einer systemweiten Funktion gemacht, 2013 folgte Google.

Was ist Push Marketing?

Push Marketing zielt darauf ab, Kunden auf ein Produkt oder auf eine Dienstleistung aufmerksam zu machen. Zum Beispiel mittels Push-Benachrichtigungen.
Umgekehrt geht im Pull Marketing die Initiative vom Kunden aus, der eigenständig nach dem Produkt oder der Dienstleistung sucht.

Wie funktionieren Push-Nachrichten?

Im Gegensatz zu Pull-Benachrichtigungen, bei denen der User gewünschte Informationen explizit abrufen muss, werden Push-Benachrichtigungen von einem Server „gesendet“. Dazu bedarf es gemäß DSGVO eines Opt-ins – also einer Permission des Users. Dieses erfolgt normalerweise im Rahmen der App-Installation. Gemäß Widerrufsrecht kann der Benachrichtigungsdienst natürlich jederzeit wieder gekündigt werden, so wie man es von einem Newsletter her kennt. Und zwar in den App-Einstellungen.

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Quelle: SZ.de

Push Notifications können sowohl für die User als auch für Werbetreibende von Vorteil sein. Als User erhält man bequem alle „wichtigen“ Updates – nahezu in Echtzeit, z. B. Orkanwarnungen, Breaking-News oder Fluginformationen.

Marketer hingegen können mittels Push Notifications ihre Zielkunden ansprechen, um sie zum Öffnen einer App zu bewegen und um so deren Engagement zu erhöhen. Ein schönes Werkzeug für Retention Marketing.

Formen von Push Notifications

Im Marketing werden drei Arten von Push-Nachrichten unterschieden:

  1. Follow-up Message: Im Anschluss auf eine bestimmte Aktion (zum Beispiel Kauf) nachfassen und neuen Kunden begrüßen.
  2. Outbound Messages: Promotion oder allgemeine Benachrichtigung (Alert)
  3. Feedback Messages: Automatisierte Antwort auf eine Anfrage des Kunden.

Exkurs: Hook Model

Findest du auch, dass viele Apps einen gewissen Suchtfaktor haben? Strategen aus dem Silicon Valley sprechen von „Stickiness“. Wie dieser genau funktioniert, beschreibt Nir Eyal in seinem Bestseller „Hooked“. Basis seiner Arbeit ist das Hook Model, welches die selbst-verstärkende Bindung des Users zur App skizziert. Notifications sind in der Praxis ein überaus beliebter externer Trigger.

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Push Notifications auf Smartphones

Eine Deloitte-Studie aus 2018 fand raus, dass junge Menschen durchschnittlich 56-mal täglich auf ihr Mobiltelefon schauen. Entsprechend attraktiv ist der Einsatz von Push-Notifications für erfolgshungrige Marketer. Beliebte Inhalte sind:

  • Sportergebnisse
  • Nachrichten
  • Verkehrsinfos
  • Wetterberichte
  • Reise- und Fluginfos
  • Status vom Paketlieferanten
  • Werbung / Sonderangebote

Mit den Push-Notifications kannst du zum Beispiel User zum Öffnen deiner App oder zu einer weiteren Aktion animieren. Dazu lassen sich sogar Bildanhänge mitschicken, welche in Form eines Carousel oder Sliders navigierbar sind.

Carousel and Slider Push Notifications

Alternative: Web Push Notifications

WPN (Web Push Notifications) können ähnlich viel Aufmerksamkeit erzeugen wie App-Benachrichtigungen. Darüber hinaus benötigt der Empfänger kein Smartphone, denn WPNs öffnen sich Browserfenster. Vielleicht hast du sie auch schon mal unten rechts im Browser bemerkt.

Optimale Aufbau von einer WPN

Wie lassen sich Push-Nachrichten erstellen und versenden?

Um Push-Nachrichten versenden zu können, stellen die Hersteller der wichtigsten Betriebssysteme (Google, Apple und Microsoft) spezielle Software Developer Kits (SDK) an. Anbieter von Apps können diese kostenlos nutzen, um User auf ihrem Endgerät anzusprechen.

Darüber hinaus gibt es plattformübergreifende Messaging-Lösungen wie Firebase Cloud Messaging (FCM).

Bequemes Erstellen und Automatisieren einer Push Notification im Rahmen von Omnichannel-Kampagnen erlauben die üblichen Marketing Clouds von Salesforce, SAP und Adobe.

Push-Nachrichten Beispiele: 10 Texte, die nicht nerven

Gute Pushs sind kurz, konkret und geben einen klaren Nutzen. Diese 10 Vorlagen klingen nach Service statt Werbe-Lautsprecher:

  1. Status: „Dein Paket ist angekommen.
  2. Reminder: „Termin heute 15:00 – soll ich dich erinnern?
  3. Preisalarm: „Jetzt 10% günstiger: dein gespeicherter Artikel.“
  4. Content: „Neu für dich: 3 Tipps zu [Thema] (2 Min. Lesezeit).
  5. Warenkorb: „Dein Warenkorb wartet – heute kostenloser Versand.
  6. Störung: „Update: Das Problem ist behoben. Danke fürs Warten!
  7. Knappheit: „Nur noch 2 Plätze frei: [Event] um 18:00.
  8. Ergebnis: „Fertig! Dein Bericht ist jetzt verfügbar.
  9. Progress: „Fast geschafft: Ein Schritt fehlt noch.
  10. Wert: „Danke! Dein Bonus ist da: [Benefit].

Bonus-Tipp

Copywriting ist das A und O! Die ersten vier bis fünf Wörter entscheiden über den Erfolg einer Push Notification. Überstürze es also nicht beim Versand, sondern investiere etwas Zeit und achte auf ein schlagkräftiges Wording.

Vermeide jedoch vor allem, User mit Nachrichten zu überfluten! Andernfalls wird dieser deine Push-Nachrichten deaktivieren oder gar deine App komplett deinstallieren.

Ergänzende Artikel

Fazit

Push-Nachrichten können ein effektives Marketinginstrument sein - wenn sie gezielt, personalisiert und sparsam eingesetzt werden. Wer seine Nutzer respektiert, statt sie zu überfluten, schafft echte Mehrwerte und bleibt relevant. Der Schlüssel liegt in der richtigen Balance zwischen Timing, Inhalt und Frequenz.

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Über den Autor

Moin aus Hamburg!
Mein Name ist Frank und ich bin bereits seit Mitte der 1990er in der Digitalbranche unterwegs. Meine Schwerpunkte sind E-Mail-Marketing und Datenstrategie.