Push-Benachrichtigungen: Definition, Beispiele & Tipps (ohne zu nerven)

Push-Benachrichtigungen: Definition, Beispiele & Tipps (ohne zu nerven)

Push-Nachrichten erreichen Nutzer direkt und in Echtzeit. Das macht sie zu einem starken Werkzeug im Marketing. Gleichzeitig riskieren Marken, mit zu vielen oder irrelevanten Nachrichten Vertrauen zu verspielen. Wie gelingen Push-Nachrichten, die nicht stören, sondern Mehrwert bieten?

Kurz erklärt

Push-Benachrichtigungen sind kurze Meldungen, die Apps oder Browser direkt auf deinem Gerät anzeigen – auch wenn du sie gerade nicht geöffnet hast.

  • Wo erscheint sie? Sperrbildschirm, Notification Center, Browser
  • Wofür? Updates, Alerts, Reminder, Angebote (am besten mit echtem Nutzen)
  • Wichtig: Nur mit Opt-in – und jederzeit deaktivierbar

Inhalt

Push-Benachrichtigung vs. Push-Nachricht vs. Push Notification – gibt’s einen Unterschied?

Push-Benachrichtigung, Push-Nachricht und Push Notification meinen im Alltag dasselbe: eine kurze Meldung, die Apps oder Browser direkt aufs Gerät schicken. „Push Notification“ ist der englische Begriff, „Push-Benachrichtigung“ die deutsche Variante. 

Entscheidend ist nicht der Name, sondern das Prinzip: Der Nutzer hat per Opt-in zugestimmt und kann Push jederzeit deaktivieren. Weiterführend: Web Push Notifications.

Was genau sind Push-Nachrichten?

Fast jede Applikation auf deinem Smartphone oder Tablet versendet eigenständig Push-Nachrichten (aka Push Notifications bzw. Push-Benachrichtigung). Ohne die jeweilige App öffnen zu müssen, erfährt man so über z. B. neue E-Mails, Whatsapp-Status-Updates, Facebook-Freundschaftsanfragen, eBay-Angebote oder sonstiges, vermeintlich Relevantes. Weshalb der Kanal für den Einsatz im B2C CRM auch außerordentlich beliebt ist. 

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Quelle: Accengage

Ursprung

Ursprünglich dienten Push-Benachrichtigungen der Zeitersparnis: So führte BlackBerry 2003 Push-E-Mails ein, damit die Benutzer nicht ständig den Posteingang abrufen mussten. Apple hat Push 2008 dann zu einer systemweiten Funktion gemacht, 2013 folgte Google.

Was ist Push Marketing?

Push Marketing zielt darauf ab, Kunden auf ein Produkt oder auf eine Dienstleistung aufmerksam zu machen. Zum Beispiel mittels Push-Benachrichtigungen.
Umgekehrt geht im Pull Marketing die Initiative vom Kunden aus, der eigenständig nach dem Produkt oder der Dienstleistung sucht.

Web Push vs. App Push – Unterschiede auf einen Blick

KriteriumWeb PushApp Push
Wo erscheint’s?Im Browser / auf dem Desktop (je nach Gerät auch als System-Notification)Auf Smartphone/Tablet als System-Notification (Sperrbildschirm, Notification Center)
VoraussetzungWebsite + Browser mit Push-SupportInstallierte App + Push-Berechtigung
Opt-inBrowser-Popup (Einwilligung direkt auf der Website)In der App (System-Prompt, oft nach erstem Nutzenmoment)
ReichweiteGut für „Web-only“-User, Newsletter-Alternative ohne E-Mail-AdresseStark bei Bestandsnutzern mit App (höhere Bindung möglich)
Link-ZielURL öffnet Seite/Landingpage im BrowserDeep Link in die App (oder fallback auf Web)
PersonalisierungSegmentierung möglich, oft etwas begrenzter als in AppsSehr stark: Verhalten, Events, In-App-Daten, Trigger-Automationen
Typische Use CasesBreaking News, Content-Updates, Preisalarme, Warenkorb-Reminder, Event-ReminderTransaktionen, Status-Updates, Onboarding, Retention-Trigger, persönliche Alerts
LimitierungenBrowser/OS-Regeln, Opt-in-Rate schwankt stark, Desktop-FokusApp muss installiert bleiben, Nutzer deaktivieren Push schneller bei Spam
Wann sinnvoll?Wenn du ohne App schnell Reichweite brauchst und Content/Angebote regelmäßig relevant sindWenn du aktive Nutzer binden willst und starke Trigger/Deep Links einsetzen kannst
Mehr Praxisbeispiele findest du hier: Web Push Notifications.

Wie funktionieren Push-Nachrichten?

Im Gegensatz zu Pull-Benachrichtigungen, bei denen der User gewünschte Informationen explizit abrufen muss, werden Push-Benachrichtigungen von einem Server „gesendet“. Dazu bedarf es gemäß DSGVO eines Opt-ins – also einer Permission des Users. Dieses erfolgt normalerweise im Rahmen der App-Installation. Gemäß Widerrufsrecht kann der Benachrichtigungsdienst natürlich jederzeit wieder gekündigt werden, so wie man es von einem Newsletter her kennt. Und zwar in den App-Einstellungen.

push-nachrichten

Quelle: SZ.de

Push Notifications können sowohl für die User als auch für Werbetreibende von Vorteil sein. Als User erhält man bequem alle „wichtigen“ Updates – nahezu in Echtzeit, z. B. Orkanwarnungen, Breaking-News oder Fluginformationen.

Marketer hingegen können mittels Push Notifications ihre Zielkunden ansprechen, um sie zum Öffnen einer App zu bewegen und um so deren Engagement zu erhöhen. Ein schönes Werkzeug für Retention Marketing.

Formen von Push Notifications

Im Marketing werden drei Arten von Push-Nachrichten unterschieden:

  1. Follow-up Message: Im Anschluss auf eine bestimmte Aktion (zum Beispiel Kauf) nachfassen und neuen Kunden begrüßen.
  2. Outbound Messages: Promotion oder allgemeine Benachrichtigung (Alert)
  3. Feedback Messages: Automatisierte Antwort auf eine Anfrage des Kunden.

Exkurs: Hook Model

Findest du auch, dass viele Apps einen gewissen Suchtfaktor haben? Strategen aus dem Silicon Valley sprechen von „Stickiness“. Wie dieser genau funktioniert, beschreibt Nir Eyal in seinem Bestseller „Hooked“. Basis seiner Arbeit ist das Hook Model, welches die selbst-verstärkende Bindung des Users zur App skizziert. Notifications sind in der Praxis ein überaus beliebter externer Trigger.

hook-model

Push Notifications auf Smartphones

Eine Deloitte-Studie aus 2018 fand raus, dass junge Menschen durchschnittlich 56-mal täglich auf ihr Mobiltelefon schauen. Entsprechend attraktiv ist der Einsatz von Push-Notifications für erfolgshungrige Marketer. Beliebte Inhalte sind:

  • Sportergebnisse
  • Nachrichten
  • Verkehrsinfos
  • Wetterberichte
  • Reise- und Fluginfos
  • Status vom Paketlieferanten
  • Werbung / Sonderangebote

Mit den Push-Notifications kannst du zum Beispiel User zum Öffnen deiner App oder zu einer weiteren Aktion animieren. Dazu lassen sich sogar Bildanhänge mitschicken, welche in Form eines Carousel oder Sliders navigierbar sind.

Carousel and Slider Push Notifications

Alternative: Web Push Notifications

WPN (Web Push Notifications) können ähnlich viel Aufmerksamkeit erzeugen wie App-Benachrichtigungen. Darüber hinaus benötigt der Empfänger kein Smartphone, denn WPNs öffnen sich Browserfenster. Vielleicht hast du sie auch schon mal unten rechts im Browser bemerkt.

Optimale Aufbau von einer WPN

Wie lassen sich Push-Nachrichten erstellen und versenden?

Um Push-Nachrichten versenden zu können, stellen die Hersteller der wichtigsten Betriebssysteme (Google, Apple und Microsoft) spezielle Software Developer Kits (SDK) an. Anbieter von Apps können diese kostenlos nutzen, um User auf ihrem Endgerät anzusprechen.

Darüber hinaus gibt es plattformübergreifende Messaging-Lösungen wie Firebase Cloud Messaging (FCM).

Bequemes Erstellen und Automatisieren einer Push Notification im Rahmen von Omnichannel-Kampagnen erlauben die üblichen Marketing Clouds von Salesforce, SAP und Adobe.

Push-Nachrichten Beispiele: 10 Texte, die nicht nerven

Gute Pushs sind kurz, konkret und geben einen klaren Nutzen. Diese 10 Vorlagen klingen nach Service statt Werbe-Lautsprecher:

  1. Status: „Dein Paket ist angekommen.
  2. Reminder: „Termin heute 15:00 – soll ich dich erinnern?
  3. Preisalarm: „Jetzt 10% günstiger: dein gespeicherter Artikel.“
  4. Content: „Neu für dich: 3 Tipps zu [Thema] (2 Min. Lesezeit).
  5. Warenkorb: „Dein Warenkorb wartet – heute kostenloser Versand.
  6. Störung: „Update: Das Problem ist behoben. Danke fürs Warten!
  7. Knappheit: „Nur noch 2 Plätze frei: [Event] um 18:00.
  8. Ergebnis: „Fertig! Dein Bericht ist jetzt verfügbar.
  9. Progress: „Fast geschafft: Ein Schritt fehlt noch.
  10. Wert: „Danke! Dein Bonus ist da: [Benefit].

Bonus-Tipp

Copywriting ist das A und O! Die ersten vier bis fünf Wörter entscheiden über den Erfolg einer Push Notification. Überstürze es also nicht beim Versand, sondern investiere etwas Zeit und achte auf ein schlagkräftiges Wording.

Vermeide jedoch vor allem, User mit Nachrichten zu überfluten! Andernfalls wird dieser deine Push-Nachrichten deaktivieren oder gar deine App komplett deinstallieren.

Häufige Fragen zu Push-Benachrichtigungen (FAQ)

Was sind Push-Benachrichtigungen?

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise von Apps oder Browsern, die direkt auf deinem Gerät erscheinen – auch ohne dass du die App/Website aktiv geöffnet hast.

Was ist der Unterschied zwischen Push-Benachrichtigung, Push-Nachricht und Push Notification?

Keiner im praktischen Sinn: Es sind Synonyme. „Push Notification“ ist die englische Bezeichnung, „Push-Benachrichtigung“ die deutsche.

Wie funktionieren Push-Nachrichten technisch?

Ein Server sendet die Nachricht an einen Push-Dienst (z. B. vom Betriebssystem oder Browser). Dein Gerät zeigt sie dann als Notification an. Voraussetzung ist eine Einwilligung (Opt-in).

Brauche ich für Push ein Opt-in?

Ja. Push funktioniert nur, wenn der Nutzer aktiv zustimmt. Mehr zum Prinzip findest du hier: Permission Marketing.

Was ist besser: Web Push oder App Push?

Kommt auf dein Ziel an: Web Push ist stark für Reichweite ohne App und ohne E-Mail-Adresse. App Push ist meist besser für Retention, Trigger und Deep Links. Details: Web Push Notifications.

Wie oft sollte man Push-Benachrichtigungen senden?

So selten wie möglich und so oft wie nötig. Wenn Push keinen klaren Nutzen liefert, wird er deaktiviert. Starte mit wenigen, starken Use Cases und steigere erst nach Tests.

Warum deaktivieren Nutzer Push-Nachrichten?

Häufige Gründe sind zu viele Nachrichten, irrelevante Inhalte, schlechte Timing-Entscheidungen und „Werbe-Lautstärke“. Relevanz schlägt Frequenz.

Welche KPIs sind bei Push wichtig?

Opt-in-Rate, Klickrate (CTR), Deaktivierungsrate/Opt-out nach Kampagnen sowie Downstream-KPIs wie Sessions, Conversions oder Abo-Starts.

Wofür eignen sich Push-Nachrichten besonders?

Für Dinge, die wirklich zeitkritisch oder persönlich relevant sind: Status-Updates, Alerts, Reminder, Content-Drops oder Warenkorb-Reminder – ideal als Teil von Retention Marketing.

Ergänzende Artikel

Fazit

Push-Nachrichten können ein effektives Marketinginstrument sein - wenn sie gezielt, personalisiert und sparsam eingesetzt werden. Wer seine Nutzer respektiert, statt sie zu überfluten, schafft echte Mehrwerte und bleibt relevant. Der Schlüssel liegt in der richtigen Balance zwischen Timing, Inhalt und Frequenz.

Frank Rix: Autor, Berater und Freelancer
Über den Autor

Moin aus Hamburg!
Ich bin Frank und seit Mitte der 1990er im Digitalmarketing unterwegs. Meine Schwerpunkte sind CRM, E-Mail-Marketing und Marketing Automation. Wenn deine Mails eher im Spam wohnen als in der Inbox: hier findest du Unterstützung zur Newsletter-Zustellbarkeit.