Was ist eigentlich Permission Marketing?

Was ist eigentlich Permission Marketing?

Rund um die Uhr sind wie Werbebotschaften ausgesetzt. Selbst dann, wenn wir das Smartphone mal beiseitelegen. Ob Radio-Spot, City-Light-Poster oder Himmelsschreiber. Das Überangebot an Werbung schwächt jedoch unsere Aufmerksamkeit. Was hingegen gut performt, ist Permission Marketing.

Vorgeschichte

Permission Marketing entwickelte sich in den frühen 2000ern: Mit Etablierung digitaler Medien wurde personalisierte Direktwerbung plötzlich bezahlbar. Im Zentrum der verheißungsvollen Innovation stand das E-Mail-Marketing. In diesem Kontext entstand der Ausdruck Permission Marketing als Pendant zum Spam.

Was genau ist Permission Marketing?

Der amerikanische Marketing-Guru Seth Godin hat mit seinem Buch Permission Marketing 1999 den Begriff geprägt:

“Erlaubnisbasiertes Marketing ist das Privileg (nicht das Recht) erwartete, persönliche und relevante Werbung an Personen zu senden, die diese erhalten möchten...”

Seth Godin

Diese Form der Werbung bedarf folglich zunächst die explizite Zustimmung des Umworbenen („Opt-in“), ihn per E-Mail, Whatsapp, SMS, Post, Fax oder sonstigen Push-Kanälen anzusprechen. Der potenzielle Kunde hat die Entscheidungsfreiheit darüber, welche Produktinformationen und Neuheiten er „abonnieren“ möchte.

Permission Marketing im Vergleich zum Direktmarketing

Direktmarketing im traditionellen Sinne sind zum Beispiel Direct Mailings oder Flyer, wie Du sie sicher oft in Deinem Briefkasten vorfindest. Die Werbetreibenden kennen von Dir oftmals allein die Anschrift und können daraus etwas über Dein soziales Milieu ableiten („Geomarketing“). Auf Dich zugeschnitten ist diese Ansprache jedoch nicht.

Ähnlich verhält es sich bei E-Mails. Beispiel:  Durchschnittlich werden rund 150 Millionen E-Mails pro Tag von den Diensten GMX und Web.de als Spam erkannt und entsprechend in die Spam-Ordner der Nutzer einsortiert. 

Der erlaubnisbasierte Marketingansatz zielt darauf ab, vor der direkten Ansprache ein Opt-in einzuholen. Der potenzielle Kunde soll also per Klick auf einen Button zum Ausdruck bringen: Schick mir bitte Deinen Newsletter (oder was auch immer).

permission-marketing

Der Werbetreibende wird versuchen, weitere Informationen über Deine Wünsche zu ermitteln und kann auf dieser Basis seine Kundenansprache personalisieren. Auf der anderen Seite kannst Du als Kunde Deine Erlaubnis jederzeit wieder zurücknehmen. Der Werbetreibende muss also permanent an einer gesunden Beziehung arbeiten.

Man muss kein Prophet sein, um zu verstehen, dass dieser erlaubnisbasierte Marketingansatz deutlich wirkungsvoller ist als traditionelles Direktmarketing.

Vom Permission Marketing zum Inbound-Marketing

Gewissermaßen sind die Konzepte hinter Permission Marketing und Inbound-Marketing identisch. Im Kern beider Konzepte stehen Information, Interaktion, Wahlfreiheit und Wissen. Und tatsächlich ist die „Werbe-Permission“ ein zentrales Element im Inbound-Marketing.

Die Vorteile von Permission Marketing

Permission Marketing kann der erste Schritt zu einem intensiven Dialog zwischen Werbetreibenden und potenziellen Kunden sein. Diese Form des Marketings ist weniger aufdringlich als klassisches Outbound-Marketing.

Mehr qualitativ hochwertige Leads

Ein Opt-in vergibt man nur an Organisationen, denen man ein Stück weit vertraut. Du als Werbetreibender profitierst also von einem Vertrauensvorschuss. Das erhöht automatisch Engagement und Conversion Rates.

Hohe Relevanz

Da Du jemanden ansprichst, der offenbar Interesse an Deinem Produkt oder der Dienstleistung hat, sind Streuverluste gering. Deine Zielkunden gelangen in einen Marketing- bzw. Sales Funnel und erhalten Content, der zum Verlauf ihrer Customer Journey passt.

Kostensenkung

In den meisten Fällen kann Permission Marketing automatisiert werden. Dazu stehen Dir verschiedene Tools (z. B. für den Newsletter-Versand) zur Verfügung. Diese sorgen für Zeitersparnis und führen dazu, dass die variablen Kosten auf ein Minimum sinken.

Sorgt für Loyalität

Mit Permission Marketing stehst Du in ständiger Interaktion. Startschuss ist die Permission. Von da an musst Du regelmäßig in das Bewusstsein des Zielkunden treten. Entscheidend sind dabei Relevanz und der Zeitpunkt der Kommunikation. Wenn Du hier falsch liegst, wirst Du blockiert oder bestenfalls ignoriert – und die bisherige Mühe war umsonst.

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Über die Autorin
Über die Autorin

Carolin Weber ist erfahrene Social Media Managerin und Influencerin. Seit ihrem Bachelor of Arts im Mode- und Designmanagement unterstützt die Hamburgerin vor allem Unternehmen aus dem Umfeld von Food, Fashion und Lifestyle.