Conversion Funnel einfach erklärt: Phasen, KPIs und Analyse

Conversion Funnel einfach erklärt: Phasen, KPIs und Analyse

Der Conversion Funnel zeigt, wie aus Interessenten Schritt für Schritt zahlende Kunden werden. Umso wichtiger ist es, die einzelnen Phasen zu verstehen und gezielt zu optimieren. In diesem Artikel erfährst du, wie du den Funnel erfolgreich aufbaust, Engpässe erkennst und mit den richtigen Maßnahmen mehr Conversions erzielst.

Kurzdefinition: Ein Conversion Funnel beschreibt die messbaren Schritte, die Nutzer von der ersten Aufmerksamkeit bis zur gewünschten Aktion durchlaufen (z. B. Kauf, Anfrage, Newsletter-Opt-in). Typische Phasen: Awareness → Consideration → Conversion Ziel: Abbruchstellen finden und mit Tests, UX und Botschaften die Conversion Rate verbessern.

Inhaltsangabe

Was ist ein Conversion Funnel?

Der Begriff „Funnel“ (auf Deutsch: Trichter) beschreibt bildlich den Weg, den ein Nutzer von der ersten Interaktion bis zur gewünschten Aktion (z. B. Kauf, Registrierung, Abonnieren eines Newsletters) durchläuft. Am Anfang stehen viele Menschen, die deine Seite besuchen – am Ende bleiben nur die übrig, die tatsächlich konvertieren.

Je besser dein Conversion Funnel funktioniert, desto mehr Besucher werden zu Kunden. Dabei geht es nicht nur um Verkäufe. Auch Downloads, Anfragen oder Anmeldungen zählen als Conversion.

Beispiel eines Conversion Funnel

Der Unterschied zur Buyer Journey ist die Perspektive: Für eine Journey wird die Sicht des Kunden eingenommen. Beim Conversion Funnel die Sicht des Anbieters. (Wobei diese Sicht sehr reduziert ist.) So ein Funnel beschreibt somit häufig eher ein Wunschdenken als die Realität.

Wozu dient ein Conversion Funnel?

Dies sind die wichtigsten Funktionen eines Conversion Funnels:

  • Verständnis der Kundenreise: Der Conversion Funnel hilft Unternehmen zu verstehen, wie Kunden von einem Interessenten zu einem Käufer werden. Dieses Verständnis ist entscheidend, um effektive Kampagnenpläne und Marketingstrategien zu entwickeln.
  • Identifizierung von Engpässen: Durch Analyse, wo im Funnel die meisten Nutzer verloren gehen (z.B. zwischen dem Hinzufügen eines Produkts zum Warenkorb und dem Abschluss der Kauftransaktion), können Unternehmen Probleme identifizieren und korrigieren.
  • Optimierung der Marketingmaßnahmen: Unternehmen können ihre Ressourcen gezielter einsetzen, indem sie verstehen, welche Kanäle und Botschaften die effektivsten bei der Förderung von Conversions sind.
  • Steigerung der Effizienz: Durch die Optimierung des Funnels können Unternehmen ihre Conversion-Rate verbessern, was zu höheren ROAS (Return on Advertising Spend) führen kann.
  • Konzeption einer Marketing- und Sales-Pipeline im CRM: Der Conversion Funnel zeigt dir auf, welche organisatorischen Schritte im CRM abgebildet werden sollten. Um passgenauer Automationen anzustoßen.
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Die Phasen des Conversion Funnels

Klassisch lässt sich ein Conversion-Funnel in drei Hauptphasen unterteilen:

1. Awareness (Aufmerksamkeit)

In dieser Phase geht es darum, dass Menschen überhaupt auf dich aufmerksam werden. Sie haben vielleicht ein Problem oder einen Wunsch – wissen aber noch nicht, dass du die Lösung dafür anbietest.

Typische Kanäle für die Awareness-Phase sind:

  • Social Media Posts
  • Blogartikel
  • Google Ads
  • Influencer-Kooperationen
  • SEO (Suchmaschinenoptimierung)


Dein Ziel: relevante Inhalte bieten, die neugierig machen und den ersten Kontakt herstellen.

2. Consideration (Überlegung)

Hier überlegen die Besucher, ob dein Angebot zu ihren Bedürfnissen passt. Sie vergleichen verschiedene Optionen, lesen Bewertungen und suchen nach mehr Informationen.

Inhalte, die in dieser Phase helfen:

  • Landingpages
  • Produktbeschreibungen
  • Kundenbewertungen und Testimonials
  • Webinare
  • Kostenlose Testversionen oder Demos


Dein Ziel: Vertrauen aufbauen und den Nutzen deines Angebots klar kommunizieren.

3. Conversion (Entscheidung)

Jetzt heißt es: den letzten Schritt erleichtern. Der potenzielle Kunde ist überzeugt, zögert aber vielleicht noch wegen Details wie Preis, Garantie oder Support.

Hilfreiche Elemente:

  • Einfache Kaufprozesse
  • Rabattaktionen oder zeitlich begrenzte Angebote
  • Geld-zurück-Garantie
  • Schnelle Antworten auf letzte Fragen (z. B. via Chat oder Hotline)


Dein Ziel: möglichst wenige Hürden auf dem Weg zur Conversion.

Was passiert nach der Conversion?

Der Conversion Funnel deckt nur die Phasen bis zur Conversion ab. Und dafür kann man dieses Funnelmodel durchaus kritisieren. Als Alternative wird deshalb häufig auf Full-Funnel-Marketing gesetzt.

Micro Conversion vs Soft Conversion

Ein jeder Conversion Funnel kann Micro Conversions und Soft Conversions umfassen:

  • Micro Conversions sind kleinere, vorläufige Aktionen auf dem Weg zu einer Haupt-Conversion (wie einem Kauf oder einer Anmeldung). Sie sind wichtige Zwischenschritte, die zeigen, dass sich ein Nutzer engagiert und in Richtung einer größeren, sogenannten „Makro-Conversion“ bewegt.

    Diese Micro Conversions tragen dazu bei, das Benutzerverhalten zu verstehen und Hindernisse auf dem Weg zur finalen Conversion zu identifizieren:

    • Das Hinzufügen eines Produkts zum Warenkorb
    • Das Abonnieren eines Newsletters
    • Das Anlegen eines Benutzerkontos

  • Soft Conversions sind ebenfalls Teil des Conversion-Prozesses, jedoch beziehen sie sich eher auf nicht-kommerzielle, nicht-unmittelbare Aktionen, die ebenfalls ein Interesse am Unternehmen oder Produkt signalisieren. Sie stehen oft am Anfang der Customer Journey und haben das Ziel, potenzielle Kunden zu informieren oder Vertrauen aufzubauen. Beispiele für Soft Conversions sind:

    • Das Herunterladen eines Whitepapers
    • Die Anmeldung für ein Webinar
    • Das Ansehen eines Produktvideos

Conversion Funnel Analyse: So findest du Abbruchstellen

Eine Conversion Funnel Analyse zeigt dir, wo Nutzer abspringen und warum. Starte pragmatisch: Lege 3 bis 5 Schritte fest, die zu deinem Ziel passen, z. B. Landingpage → Leistungsseite → Formularstart → Formularabschluss → Danke-Seite. Dann misst du pro Schritt die Conversion Rate und schaust dir die Übergänge an. Der größte Drop ist meist dein schnellster Hebel.

  1. Funnel in Analytics bauen: Definiere Events und Seitenaufrufe pro Schritt. Voraussetzung ist ein sauberes Webanalyse-Setup . Achte darauf, dass die Conversion eindeutig feuert (z. B. Danke-Seite oder Conversion-Event).
  2. Drop-offs priorisieren: Nicht jeder Verlust ist schlimm. Priorisiere nach Impact: viele Besucher × hoher Abbruch = zuerst. Wenn du Landingpages analysierst, hilft dir auch dieser Guide: Landingpage Optimierung .
  3. Ursachen prüfen: Kombiniere Zahlen mit Verhalten. Heatmaps, Session-Replays und Onsite-Umfragen zeigen dir, ob Nutzer an Formularfeldern, Ladezeit, unklaren CTAs oder fehlendem Vertrauen hängen bleiben. Als Kontext lohnt sich ein Blick auf die Buyer Journey (Funnel ist die Anbieter-Sicht, Journey die Kunden-Sicht).
  4. Segmente vergleichen: Desktop vs. Mobile, neue vs. wiederkehrende Nutzer, Quelle (SEO/Ads/Newsletter). Oft liegt der Engpass nur in einem Segment, nicht im ganzen Funnel.
  5. Hypothese + Mini-Test: Formuliere eine klare Vermutung (z. B. „Zu viele Felder“) und ändere nur eine Sache. Arbeite dabei systematisch mit A/B-Tests oder kleinen UX-Experimenten. Mehr Grundlagen findest du in Conversion-Optimierung .

Merksatz: Erst messen, dann raten, dann testen. So wird aus Bauchgefühl endlich Umsatzgefühl. Und wenn du den Blick über den reinen Conversion-Moment hinaus brauchst: Full-Funnel-Marketing hilft dir, auch die Phasen nach der Conversion mitzudenken.

Herausforderungen bei der Arbeit mit einem Conversion Funnel

Tracking

Deine Aufgabe ist es, jeden User (Zielkunden) einer bestimmten Phase zuordnen zu können. In der Konsequenz benötigst du ein Analytics Setup. Mithilfe spezieller Analytics und Tracking Tools (z.B. Heatmaps)  solltest du User entlang ihrer Customer Journey verfolgen.

Das ist nicht ganz trivial, weil a) nicht jeder User der Nutzung von Cookies zustimmt und b) Cookies nur eine begrenzte Lebensdauer haben. Abgesehen nutzen immer mehr User spezielle Browser-Plug-ins, um sich vor Tracking zu schützen.

Targeting

Deine Aufgabe ist es, jedem User (Zielkunden) abhängig von der Phase, in der dieser sich befindet, mit passgenauen Informationen zu versorgen. Das Ziel muss sein, dessen Bedürfnisse zu befriedigen und ihn in die nächste Phase zu führen.

Nicht immer einfach ist das Timing: In jeder Phase stellt sich der Kunde ganz unterschiedliche Fragen. Kunden erwarten deine Hilfe zum richtigen Zeitpunkt. Also nicht zu früh und nicht zu spät.

Der Dark Funnel

Viel Kopfzerbrechen bereitet Marketing-Analysten der sogenannte Dark Funnel. Denn trotz ausgeklügelter Attribution bleibt es im Dunkeln, wo ein Kunde tatsächlich auf ein Angebot aufmerksam geworden ist. Die Realität ist, dass das bei den qualitativ hochwertigsten Leads durchaus ein Podcast oder ein per Slack geteilter Screenshot sein kann.

Dark Funnel im Marketing

So optimierst du deinen Conversion Funnel

Schritt 1: Überprüfe dein Funnel-Konzept!

  1. Ermittle die wichtigste Buyer Persona.
  2. Erarbeite die Pains und Gains, welche du mit deiner Leistung bedienen möchtest! Nutze dazu zum Beispiel den Value Proposition Canvas oder den Lean Canvas.
  3. Notiere Fragen und Einwände des Zielkunden.
    Visualisiere den Conversion Funnel für das gesamte Team.
  4. Definiere ein messbares und realistisches Conversion Ziel.
  5. Prüfe die einzelnen Phasen des Funnels: Entsprechen diese den notwendigen Touchpoints bzw. Micro Conversions?
  6. Reduziere die Anzahl der Phasen ggf. auf maximal drei bis vier.​
  7. Bestimme ein Ziel (Conversions und Conversion Rate) für jede einzelnen Phase und bestimmte die wichtigsten KPIs

Schritt 2: Prüfe die Basics!

  1. Checke Ladezeit und Darstellbarkeit auf allen wichtigen Endgeräten.
  2. Gehe auf den größten Pain Point ein und beantworte die zwei bis drei wichtigsten Kundenfragen!
  3. Liste keine Features auf, sondern beschreibe den Produkt-Nutzen aus Sicht des Kunden.
  4. Achte auf eine schlagkräftige Headline und Handlungsaufforderung.

Schritt 3: Ermittle den Flaschenhals!

  1. Finde heraus, wo im Funnel Kunden abspringen. Finde heraus, wo die Transition in die nächste Funnel-Phase auffällig lange dauert.
  2. Nutze verschiedene Recherchemethoden, um Bottlenecks zu identifizieren: Web Analytics, stochastische Analyse, technische Analyse und qualitativen Methoden, wie z. B. Kundeninterviews.
  3. Priorisiere deine Bottlenecks. Welche Schwächen im Funnel verursachen die höchsten Umsatzausfälle?
  4. Setze auf Visuals und Dashboards, um die größten Schwachstellen zeitnah zu identifizieren.

Schritt 4: Sammle Lösungen zum Fixen des Problems!

  1. Generiere Ideen, die sich zur Problemlösung eignen.
  2. Priorisiere die Ideen auf Basis von Kosten, Nutzen und Risiken.

Schritt 5: Führe Experimente durch!

  1. Arbeite mit A/B Tests oder multivariaten Tests, um Lösungsansätze nacheinander zu überprüfen.
  2. Setze die Tests solange fort, bis du aussagekräftige Ergebnisse hast.
Coaching für Conversion-Optimierung

FAQ zum Conversion Funnel

Was ist ein Conversion Funnel?

Ein Conversion Funnel beschreibt die messbaren Schritte, die Nutzer von der ersten Interaktion bis zur gewünschten Aktion durchlaufen (z. B. Kauf, Anfrage oder Newsletter-Opt-in).

Welche Phasen hat ein Conversion Funnel?

Häufig wird er in drei Phasen dargestellt: Awareness (Aufmerksamkeit), Consideration (Überlegung) und Conversion (Entscheidung). Je nach Geschäftsmodell können zusätzliche Micro Conversions sinnvoll sein.

Was ist der Unterschied zwischen Sales Funnel und Conversion Funnel?

Der Conversion Funnel fokussiert die konkreten Aktionen auf Website/Channels bis zur Conversion. Der Sales Funnel beschreibt stärker den Vertriebsprozess und Pipeline-Stufen (z. B. MQL, SQL, Angebot, Abschluss).

Welche KPIs eignen sich für Conversion Funnel Tracking?

Pro Phase eignen sich u. a. Klick- und Engagement-Raten, Lead-Rate, Formular-Abschlussrate, Checkout-Completion, CAC/ROAS sowie Zeit bis zur nächsten Funnel-Stufe.

Wie mache ich eine Conversion Funnel Analyse?

Starte mit den Übergängen zwischen den Phasen, identifiziere die größten Drop-offs und kombiniere Webanalytics mit qualitativen Methoden (Session-Replays, Nutzerfeedback). Priorisiere nach Umsatz-/Lead-Impact und teste systematisch.

Ergänzende Artikel

Fazit

Ein Conversion Funnel ist kein schickes Modell für PowerPoint. Er ist dein Werkzeug, um aus Traffic messbar mehr Leads und Kunden zu machen. Wenn du die Phasen klar definierst, die Abbruchstellen findest und dann Schritt für Schritt testest, steigen Conversion Rate und Effizienz fast automatisch.

Wichtig: Nicht im ganzen Funnel „optimieren“, sondern am größten Engpass anfangen. Und Zahlen immer mit echtem Nutzerverhalten ergänzen (Sessions, Feedback, Formulare).

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Über den Autor

Moin aus Hamburg!
Mein Name ist Frank und ich bin bereits seit Mitte der 1990er in der Digitalbranche unterwegs. Heute berate ich vor allem im Kontext von B2B Marketing Automation und MarTech.