So funktioniert das Double-Opt-In-Verfahren (DOI)

Nach dem Inkrafttreten der EU-Datenschutzgrundverordnung im Mai 2018 steht uns noch die Einführung einer weiteren Neuregelung bevor: Die E-Privacy-Verordnung kommt voraussichtlich 2021 und wird auch eine Regelung zur Direktwerbung beinhalten.

Spätestens dann wird nur noch das Double-Opt-In-Verfahren („DOI“) für werbliche E-Mails (Newsletter) zulässig sein. Ein Grund für Dich, die Funktionsweise dieses Verfahrens mal näher zu betrachten. Wir zeigen Dir in diesem Artikel, wie das DOI-Verfahren funktioniert.

Was ist das Double-Opt-In-Verfahren?

Beim Double-Opt-in-Verfahren (kurz: DOI) muss die angesprochene Person nach Übergabe ihrer Kontaktdaten ihre Einwilligung zusätzlich bestätigen. Wer schon mal einen Newsletter  abonniert hat, kennt das Verfahren: Nach Registrierung folgt eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. 

Eine Einwilligung benötigt man nicht nur für einen Newsletter-Versand. Prinzipiell ist sie Voraussetzung für jede Speicherung und Nutzung persönlicher Daten. Was genau die umfasst, wird üblicherweise in den Datenschutzbestimmungen geklärt.

Trotz großer Akzeptanz verzichten immer noch viele Website-Betreiber auf das DOI-Verfahren. Das birgt diverse Risiken, z. B. mangelndes Wissen darüber, wer tatsächlich die Anfrage angestoßen hat. Aus diesem Anlass habe ich zunächst noch mal alle wichtigen Vor- und Nachteile des Double-Opt-In-Verfahrens im Rahmen der DSGVO zusammengefasst – auf Basis eines Artikels von René Kulka:

Vorteile von Double-Opt-In-Verfahren (DOI)

  1. Gesetzeskonform: Newsletter-Abonnenten lassen sich am kostengünstigsten und schnellsten per Webformular generieren. Ausschließlich das Double-Opt-in-Verfahren bietet hier ausreichende Rechtssicherheit.
  2. Zuverlässigkeit: Fehler während des Anmeldeprozesses fallen dem Abonnenten zeitnah auf. Auch hat er die Möglichkeit, die Absenderadresse sofort in seine Kontaktliste zu speichern. Das erhöht die Zustellbarkeit signifikant.
  3. Datenhygiene: Bestätigte Daten sind aller Voraussicht nach korrekt. Spamtraps und Spaßeingaben bleiben außen vor und verunreinigen nicht den Datenbestand.

Nachteile von Double-Opt-In-Verfahren

  1. Filtereffekt: Bestätigungs-E-Mails kommen nicht immer beim Anmelder an, werden als lästig empfunden oder vergessen. Dieser landet nicht im Verteiler und ist darüber möglicherweise erbost.
  2. Pseudo-Sicherheit: Die Links in Bestätigungs-E-Mails müssen nicht immer durch den Anmelder geklickt worden sein – Virenscanner und Spamfilter folgen manchmal URLs automatisiert, um mögliche Schadsoftware zu entdecken.
  3. Einrichtungsaufwand: Die Produktion ergänzender Bestätigungs-E-Mails und Landingpages kostet Geld. Auch die Technologie muss einiges leisten – z. B. die Daten begonnener Anmeldungen eine gewisse Zeit speichern – und ggf. später wieder löschen.

Double-Opt-in-Verfahren

double-opt-in-verfahren

Ergänzende Tipps für das Double-Opt-In-Verfahren

In Ergänzung noch ein paar Tipps für die Einholung von elektronischen Einwilligungen im Double-Opt-In-Verfahren:

  1. Achte auf eine präzise Protokollierung aller Schritte (inklusive Datum, Uhrzeit, URL, Browser, Betriebssystem, (IP-Nummer nur mit entspr. Einverständnis des Users).
  2. Integriere im Webformular ausschließlich nicht vorab aktivierte Kontrollkästchen („Checkboxen“) zu einer Einverständniserklärung.
  3. Keinesfalls darfst Du den Hinweis auf das Widerrufsrecht vergessen
  4. Ebenso wichtig: Die detaillierten Datenschutzbestimmungen verlinken
  5. Ein Event Tracking hilft, mögliche Schwachstellen des Formulars zu ermitteln.

Fazit

Das Double-Opt-In-Verfahren (DOI) ist der Quasi-Standard für rechtsgültiges Online-Marketing. Der Einsatz wird deshalb unbedingt empfohlen, auch wenn es einige Nachteile mit sich bringt.

Über den Autor

Über den Autor

Mein Name ist Frank Rix und ich beschäftige mich bereits mehr als 20 Jahre lang mit Data-Driven Marketing. Als Wirtschaftsinformatiker entwickelte ich zahlreiche Tools, die bis heute namhafte Unternehmen in Marketing und Sales unterstützen. In meiner Laufbahn beriet ich unter anderem Otto, Montblanc, PwC und Lufthansa.

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