Marketing Automation gehört längst zum Standardrepertoire moderner B2B- und B2C-Unternehmen. Doch viele Teams merken schnell, wie hoch der technische Aufwand tatsächlich ist. Workflows müssen gebaut, Integrationen gepflegt und Datenflüsse sauber orchestriert werden. Das frisst Zeit, kostet Nerven und macht Marketing oft abhängig von ohnehin überlasteten IT-Ressourcen. Genau hier kommt Low Code ins Spiel. Doch wie einfach ist Marketing Automation mit Tools wie make.com, Zapier oder n8n wirklich?
Was ist Low Code überhaupt?
Low Code verbindet visuelle Bausteine mit optionalem Code und ermöglicht CRM-Managern sowie CMOs, komplexe Automationen deutlich schneller zu entwickeln. Im Gegensatz zu No Code, das komplett ohne Programmierung auskommt, bietet Low Code mehr Kontrolle für anspruchsvollere Logiken und Integrationen. Teams können Workflows flexibel anpassen, neue Use Cases eigenständig testen und bleiben weniger abhängig von IT-Ressourcen. Ein klarer Vorteil in datengetriebenen Marketingorganisationen.
Im Marketing und Sales sind die verbreitetsten Tools make.com, Zapier und n8n.

Was Low Code für das Marketing und CRM bedeutet.
Low Code heißt nicht, dass Technik unwichtig wird. Es bedeutet vielmehr, dass Marketer auch ohne tiefes Entwicklungswissen Systeme bedienen, Workflows bauen und Ideen testen können. Die Plattform übernimmt einen Großteil der technischen Komplexität im Hintergrund. Dadurch wird Content & Marketing Automation zu einem Werkzeug, das Kreativität unterstützt statt bremst.
Von IT-Abhängigkeit zu kreativer Freiheit
Viele Marketingteams kennen das Problem: eine Idee entsteht, doch die Umsetzung hängt am Entwicklerteam. Änderungen an Formularen, Integrationen oder Triggern dauern oft Tage oder Wochen. Low Code verändert das Spiel. Tools lassen sich visuell konfigurieren. Logiken können per Drag-and-drop gebaut werden. Dadurch rückt das Marketingteam selbst ins Cockpit und kann schnell reagieren – ohne jedes Mal Tickets schreiben zu müssen.
Warum Low Code nicht nur ein Techniktrend ist
Low Code ist längst kein Buzzword mehr, sondern eine Antwort auf reale Herausforderungen. Unternehmen stehen unter Druck, Kampagnen schneller zu testen, komplexe Customer Journeys abzubilden und datengetriebene Entscheidungen zu treffen. Die Anforderungen steigen, aber die verfügbaren technischen Ressourcen bleiben begrenzt. Low Code löst diese Spannung auf und wird damit zunehmend zum strategischen Vorteil.
Die Herausforderungen klassischer Marketing Automation
- Lange Entwicklungszyklen bremsen Kampagnen aus
Ein neuer Lead-Flow, eine zusätzliche Segmentlogik oder ein erweitertes Event-Tracking? In klassischen Setups müssen Entwickler ran. Das verlängert jedes Experiment und nimmt dem Marketing die Agilität. - Komplexe Systeme überfordern viele Teams
Marketing Automation Tools werden immer umfangreicher. Ohne technisches Know-how geht schnell der Überblick verloren. Fehler schleichen sich ein, Workflows werden unübersichtlich und Reporting-Zahlen stimmen nicht mehr. - Hohe Kosten für Anpassungen & Integrationen
Jede kleine Änderung verursacht Aufwand – intern oder extern. Unternehmen investieren oft mehr Geld in die technische Pflege von Automationen als in die kreative Weiterentwicklung ihrer Inhalte. Das Verhältnis kippt.
Low Code als Grundlage für KI-gestützte Automatisierung
Viele moderne Marketing-Automation-Plattformen erweitern Low Code um KI-Funktionen. Das Zusammenspiel eröffnet neue Möglichkeiten.
Dynamische Workflows dank KI-Signalen
KI kann anhand von Verhalten, Interaktionen und Kontext entscheiden, welcher Schritt als Nächstes sinnvoll ist. Low Code macht diese Logiken nutzbar, ohne dass Marketer eigene Modelle bauen müssen.
Weniger Routinearbeit, mehr Fokus auf Strategie
Wenn Systeme automatisch optimieren, priorisieren oder Inhalte ausspielen, bleibt im Team mehr Zeit für Ideen, Inhalte und Customer Experience. Genau das ist der Kern moderner Marketing Automation.
Grenzen & Stolperfallen: Warum Low Code (und No Code) nicht immer der Turbo zünden
Auch wenn Low- und No-Code-Ansätze viele Vorteile bringen (z.B. Geschwindigkeit, Flexibilität, reduzierte Abhängigkeit von der IT), so gibt es dennoch gute Gründe, manchmal innezuhalten und genauer hinzusehen.
Technische Komplexität und Tool-Kenntnisse bleiben notwendig
Wenn Abläufe komplex werden – mehrere Datenquellen, verschiedene Tools, individuelle Geschäftslogik –, reicht der drag-and-drop-Ansatz nicht immer aus. Studien zeigen, dass Entwickler und Power-User häufig Anpassungen vornehmen müssen, weil Low-Code-Plattformen an ihre Grenzen stoßen.
Ein Workflow, der zunächst simpel wirkt, kann beim Zusammenspiel verschiedener Systeme schnell unübersichtlich und wartungsintensiv werden. Gerade bei Datenintegrationen, dynamischen Workflows oder Ereignis-gesteuerten Automationen können technische Hürden auftauchen.
Risiko eines ungeordneten Wachstums („Wucher“ von Applikationen)
Sobald Marketing- oder CRM-Teams beginnen, mit Low- oder No-Code selbstständig zu bauen, entsteht oft ein „Wildwuchs“ an kleinen Applikationen, Workflows und Automationen. Ohne klare Governance und Architekturüberblick wächst der MarTech-Stack, ohne dass jemand die langfristige Wartbarkeit oder Übersicht im Blick hat.
Limitierungen bei Skalierung und komplexen Use Cases
Wenn auch No-Code-Tools für viele Marketing-Automationen geeignet sind (Automationen, einfache Apps, Landingpages, Workflows, etc.) stoßen sie schnell an Grenzen. Vor allem bei stark abweichenden Anforderungen oder beim Wachstum der Nutzerzahlen stoßen die Plattformen schnell an ihre Grenzen. Auch die Kosten können sich dann rasant nach oben entwickeln.
Wartung, Datenqualität und Governance bleiben kritisch
Low Code vereinfacht die Umsetzung – aber nur, wenn die Datenqualität stimmt, Prozesse klar definiert sind und Verantwortlichkeiten geklärt sind. Wird bei Änderungen oder Erweiterungen nicht sorgfältig gearbeitet, schleichen sich Fehler, Inkonsistenzen und technische Schulden ein. Gerade bei verteiltem Arbeiten und vielen „Citizen-Developern“ braucht es Governance-Richtlinien – wie bei klassischer Softwareentwicklung. Andernfalls droht das „Chaos durch Komplexität“.
So nutzt du Low Code bewusst ohne Nebenwirkungen
- Definiere klare Governance und Architektur-Prinzipien, bevor du mit Low Code loslegst.
- Dokumentiere Workflows und Datenflüsse — auch wenn sie einfach wirken.
- Erstelle ein Datenmodell.
- Beurteile kritisch, wann Low Code reicht — und wann klassische Entwicklung sinnvoller ist (z. B. bei komplexen Datenbanken, hoher Nutzerzahl, Performance-Anforderungen).
- Richte Verantwortlichkeiten für Wartung & Änderungen ein — nicht jedes Team darf einfach drauflos bauen.
- Regelmäßiges Monitoring & Review: Überprüfe Workflows, Datenqualität und Performance in festen Abständen.
Fazit
Low Code kann Marketing Automation enorm beschleunigen, kreativer machen und Teams unabhängiger von der IT. Doch der Ansatz entfaltet seine Stärke nur, wenn Daten sauber strukturiert sind, Governance greift und Workflows bewusst geplant werden. Ohne klare Leitlinien drohen Chaos, Seiteneffekte und unnötige Komplexität. Wer Low Code strategisch einsetzt und seine Grenzen kennt, holt das Maximum aus modernen Automationsplattformen heraus
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Moin aus Hamburg!
Mein Name ist Frank und ich bin bereits seit Mitte der 1990er in der Digitalbranche unterwegs. Tätig bin ich vor allem als Berater für B2B Marketing Automation und Workflow Automation mit make.com.