Wie sticky ist Deine Website? Tipps für spürbar mehr Engagement.

Viel Website-Traffic ist noch lange kein Indikator für Erfolg! Spannender ist, wie lange Besucher auf der Website aktiv verweilen und ob sie zurückkehren.

Genau diese Anziehungskraft beschreibt die Website-Stickiness – und ist somit in vielen Fällen wichtiger als das bloße Engagement. Wie sticky ist Deine Website?

Begriffserklärung

Die Website Stickiness entspricht der Dauer, die ein Besucher durchschnittlich auf  Deiner Website verbringt. Bewertet werden alle Sitzungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums, also deren Anzahl und Häufigkeit.

Die Stickiness wird maßgeblich von zwei Faktoren beeinflusst:

  1. Qualität des Traffics
    Wer aufgrund missglückter Werbung und SEO-Maßnahmen unpassende Besucher anlockt, darf sich nicht über eine geringe Verweildauer und Konversionsraten wundern. In so einem Fall muss geprüft werden, ob anvisierte Zielkunden nicht auf andere Art angeworben werden sollten.
  2. Qualität der Website und des Angebots
    Sofern trotz hochwertigen Traffic die Verweildauer gering und die Absprungrate hoch ist, müssen vermutlich einige Stellschrauben auf Website-Ebene justiert werden, welche die User Experience (UX) sowie die Content Experience (CX) positiv beeinflussen. Dazu mehr in diesem Artikel.

Stickiness als Rankingfaktor

Die Reihenfolge unserer Suchergebnisse in den SERPs (Search Engine Result Page) wird durch geheime Algorithmen bestimmt. Nach Angaben von Google fließen über 200 Faktoren in dieses Ranking mit ein.

Uptimiser hat Anfang 2020 mithilfe verschiedener Tools diverse Ranking Faktoren analysiert und ausgewertet. Demnach entscheidet das User Engagement zu 20 bis 23% über das Ranking:

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Quelle: Uptimiser

Welche KPIs beschreiben die Stickiness?

Mit Hilfe einiger Key Performance Indicators (KPIs) können Euch Tools wie Google Analytics helfen, die Stickiness Eurer Webseite zu messen.
Doch bekommst Du auch eine Reihe von Daten geliefert, die für Eure Website Stickiness irrelevant sind. Aus diesem Grund definiere selbst eine Reihe von KPIs.

Die wichtigsten Stickiness KPIs sind:

Was schwächt die Stickiness?

Hohe Absprungraten können oft auf technische Probleme zurückgeführt werden. In diesem Fall bedarf es einer grundsätzlichen Analyse Deiner Website. Sofern Deine Absprungrate ok ist, aber die Verweildauer schwächelt, hat Deine Website vermutlich inhaltliche Defizite. Eventuell wird die Verweildauer auch unpräzise gemessen. Das ist nicht unwahrscheinlich, wenn sich Besucher zum Beispiel ein Video anschauen. Um solchen Fällen auf die Schliche zu kommen, bietet Google spezielle Event Tracking Features an.

Eine hohe Verweildauer bei einer geringen Anzahl an Wiederkehrern deutet darauf hin, dass die Website zu wenig Inhalte für die gesamte Buyer Journey umfasst. Ggf. finden ehemalige Besucher auch einfach nicht den Weg zurück und müssen besser abgeholt werden.

Maßnahmen für mehr Stickiness im Überblick

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Content-Qualität

Aktueller, hochwertiger und vor allem relevanter Content ist fast ein Garant für eine hohe Stickiness. Relevant heißt, dass dieser Zielkunden bei der Lösung eines aktuellen Problems hilft – und zwar auf eine verständliche Art und Weise. 

Content-Format

Einige Menschen favorisieren Bewegtbild, andere wiederum Text oder Infografiken. Nur eine gesunde Mischung spricht alle an. Im Zweifel heisst es für Dich: Ausprobieren! 

Content-Design

Dein Content kann noch so toll sein – wenn der Website-Besucher nicht findet, wonach er sucht, nützt das wenig. Inhalte solltest Du daher so anordnen, dass sie leicht konsumierbar sind. So müssen zum Beispiel Textinhalte gut lesbar sein.

Optimale struktur eines Blogbeitrags

Ladegeschwindigkeit

Lange Ladezeiten werden oft durch große Dateien und Plugins verursacht. Ein schönes Tool zum Messen der Ladegeschwindigkeit ist PageSpeed Insights von Google. Es schlägt auch gleich Optimierungsmaßnahmen vor.

Interne Verlinkung

Das einfachste und gleichzeitig wirkungsvollste Instrument zum Verbessern der Website Stickiness ist die interne Verlinkung von Inhalten und die Platzierung von Handlungsaufforderungen. Planloses Erhöhen der Anzahl interner Links ist jedoch nicht zielführend. Auch hier lohnt sich ein Blick auf die Buyer Journey. Und von einem Artikel mit hohem Praxisbezug sind Verweise auf noch allgemeinere und theoretische Inhalte eher ungeeignet.

Pop-ups

Schon beim Hören des Worts läuft vielen ein kalter Schauer über den Rücken. Dabei kann der intelligente Einsatz von Pop-ups bzw. Overlays die „Stickiness“ einer Website signifikant verbessern. Voraussetzung dafür ist ein überzeugendes Angebot, eine schlagkräftige Handlungsaufforderung, welche dem Besucher einen echten Mehrwert verspricht.

Auch ist der Zeitpunkt entscheidend: Wer als Besucher als Erstes ein sich öffnendes Pop-up sieht, wird dadurch nicht milde gestimmt. Besser sind Exit Intent Pop-ups, welche sich erst beim Verlassen der Website öffnen.

Interaktiver Content

Akkordeon-Effekte, Slideshows, Games, Kalkulatoren, … interaktiver Content hat viele Gesichter. Tatsächlich kann dieser dazu beitragen, dass Besucher länger verweilen. Um den Erfolg messen zu können, bieten sich das Event Measurement Feature von Google an.

User Generated Content

Eine schöne Möglichkeit, Website-Besucher emotional zu binden, liefert User Generated Content. Typische Beispiele sind Votings, Bewertungen, Kommentare, Bilder oder Videoclips.

Chatbots und Live Chats

In einigen Fällen führen auch Chatbots und Live Chats zu mehr Stickiness. Eingesetzt werden sie jedoch aus anderen Gründen (z. B. Kostensenkung, Steigerung der Retention Rate, Leadgenerierung).

Personalisierung

Personalisierte Inhalte vermitteln dem Besucher das Gefühl, wertgeschätzt zu werden. Auch können sie ein Zeichen von Komfort sein. So zum Beispiel, wenn Ergänzungen zu einem Content präsentiert werden, der bereits beim vorherigen Besuch aufgerufen wurde.

Hilfreiche Tools

Um Deine Website Stickiness zu verbessern, können spezielle Tools hilfreich sein:

Webtracking Tools

Mithilfe von Webtracking Tools ermittelst Du problematische Seiten. Gängige Produkte sind neben Google Analytics zum Beispiel eTrackerPiwik PRO oder Adobe Analytics.

Textanalyse

Die Qualität von Textinhalten lässt sich mit speziellen Textanalyse-Tools messen. In einigen Fällen sind diese sogar als Freemium-Version verfügbar.

Blickverlauf

Mit Tools wie crazyegg oder Eyequant kannst Du in Sekundenschnelle die Aufmerksamkeitswirkung Deiner Website bzw. Landingpage überprüfen. Das hilft Dir dabei, wichtige Inhalte besser zu gestalten oder zu platzieren.

Fazit

Genau wie ein Marktstand muss auch eine Website Besuchern ein positives Erlebnis bieten. Exotische Früchte anzupreisen, ist das eine. Diese Früchte appetitanregend zu präsentieren, das andere. Gelingt Dir beides, bleiben Besucher gern länger und kommen gerne wieder.

Über den Autor

Über den Autor

Frank Rix beschäftigt sich seit über 20 Jahren intensiv mit Data-Driven Marketing. Nach seinem Studium der Wirtschaftsinformatik in Flensburg beriet er u. a. Unternehmen wie Montblanc, Euler Hermes, PwC und DHL.

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