Was macht eine gute Linkstruktur aus?

Was macht eine gute Linkstruktur aus?

User kommen mit unterschiedlichen Motiven und Absichten auf Deine Website: die einen wollen sich zum Thema A informieren. Andere interessieren sich eher für Thema B. Eine gute Linkstruktur stellt sicher, dass sich alle User aufgehoben fühlen und an ihr Ziel gelangen. 

“Design the links on your page as though the reader were only reading the links. Identify patterns in your links and make sure your´re telling a story with the links.”

- Mary E.S. Morris & Randy J. Hinrichs

Begriffserklärung User Experience

Die User Experience (UX) umschreibt alle Aspekte der Nutzererfahrungen. Der Begriff wird für alle Produkte und Services angwendet. Vor allem beschreibt die UX jedoch die Erfahrung eines Users mit digitalen Anwendungen. Alternativ wird auch gern vom Nutzererlebnis gesprochen.

User Experience

Seite versus Website

Gern durcheinandergebracht werden Begrifflichkeiten wie „Seite“ oder „Site“. Es gibt hier auch keine allgemeingültige Definition. In diesem Artikel wird unterschieden zwischen

  1. Website (umfasst alle Seiten eines Website-Projekts)
  2. Seite (einzelne Seite innerhalb eines Website-Projekts)

Informationsarchitektur

Bevor wir uns mit Verlinkungen besprechen, zunächst ein paar Worte zu der grundsätzlichen Struktur von Inhalten.

Damit man Objekte (z. B. Bücher) schnell wiederfindet, verpasst man ihnen eine Struktur. Nicht irgendeine, sondern eine für den User nachvollziehbare Struktur. So werden Bücher in einer Bibliothek nicht nach Größe oder Farbe sortiert, sondern eher nach Thema und Titel. Experten sprechen hier von Informationsarchitektur.

Dank Software wie Microsoft Windows haben sich längst auch komplexere Strukturen durchgesetzt. Zum Beispiel eine Hierarchie aus Ordner und Unterordnern. So lassen sich eBooks in einer Baumstruktur unterbringen; mit Unterordnern für z. B. Krimis oder Humor.

Visitor Persona

Genau wie es Buyer Personas für archetypische Kundentypen gibt, werden sogenannte Visitor Personas für typische Website-Besucher definiert.
  • Zielkunden
  • Potenzielle Bewerber
  • Lieferanten
  • Investoren

Ein brauchbares Profil umfasst vor allem die Interessen und Painpoints der Person. Hilfreich sind auch bevorzugte Kanäle und Endgeräte.

Seitenstruktur

Gewiss kann man seine gesamten Inhalte auf eine Seite quetschen, aber aus Gründen der User Experience ist das selten clever. Vielmehr solltest Du bei der Strukturierung von Inhalten stets die Perspektive der wichtigsten Visitor Personas einnehmen:

  • Warum besuchen sie überhaupt die Website?
  • Was sind deren Painpoints?
  • Was sind ihre unausgesprochenen Fragen?

In einigen Fällen umfasst eine Website tatsächlich nur eine einzige Seite („One-Pager“). Das kann sinnvoll sein, wenn eh nur eine Visitor Persona angesprochen wird und das Reaktionsziel klar umrissen ist.

Die Struktur einer erfolgreichen Website orientiert sich am Kunden - und nicht an der Marke.

Seiten zur Navigation und Orientierung

Selten landen Besucher gleich auf jener Seite, die ihnen weiterhilft. Deshalb gibt es Seiten, die primär der Navigation und Orientierung dienen. Dazu gehören in erster Linie die Startseite („Homepage“), Übersichts-, Kategorie- bzw. Gabelseiten und Suchfunktionen.

Sitemap

Zu jedem größeren Websiteprojekt gehört eine visualisierte Sitemap. Sie repräsentiert die Linkstruktur mithilfe eines Baumdiagramms bzw. Flowcharts. Oft sind  Navigationsmenüs angelehnt an die Sitemap.

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Exemplarisches Flowchart. Quelle: AYOA

Das Flowchart verzweigt sich (wie ein auf den Kopf gestellter Baum) von der Homepage aus in die verschiedenen Bereiche der Website. 

Innerhalb jedes Asts werden Seiten inhaltlich gruppiert. Sie stellt alle wichtigen Seiten in ihrer Struktur dar. Wie auch bei Seiten gilt hier:

Eine gute Seitengruppe richtet sich an genau eine Visitor Persona in einer bestimmten Phase ihrer User Journey. Sie sollte jedoch niemals mit Seiten überladen sein. 

Als Faustregel gilt: Die Struktur sollte nicht mehr als drei oder vier Ebenen haben. Jede Verzweigung sollte maximal fünf oder sechs Seiten umfassen. Zu den Ausnahmen gehört zum Beispiel ein Blog.

Linkstruktur

Aus der Sitemap und der üblichen User Journey ergibt sich die Linkstruktur. Im Kern steht die Frage: Wie geht der User vor, um seinen Hunger nach Informationen bzw. sonstige Bedürfnisse zu befriedigen? Aus diesen Fragen ergibt sich auch die Reihenfolge von Verlinkungen. 

Nun betreiben wir die Website sicher nicht aus purer Langeweile, sondern wollen eine Leistung bewerben. Auch wollen wir Micro Conversions erzielen, um das Verhalten der Besucher umfassend analysieren zu können. Deshalb richtet sich die Linkstruktur auch immer ein Stück weit an Reaktionszielen.

Jede Seite sollte ein konkretes Reaktionsziel haben.  Zum Beispiel das Buchen eines Webinars. Deshalb wird auf jeder Seite eine Handlungsaufforderung platziert. Auch diese sind Teil der Linkstruktur. 

7 Tipps für eine gute Linkstruktur

Unsere Checkliste verrät Dir, wie eine gute Linkstruktur aussieht, um Deinen Website-Besuchern eine optimale User Experience (UX) zu ermöglichen.

1. Verwende aussagekräftige Linktexte!

Das Wichtigste zu Beginn: Nutze eine verständliche und gleichermaßen aktivierende Sprache für Deine Verlinkungen. Achte darauf, dass die richtigen Erwartungen beim Besucher zu geweckt werden.

2. Sei sparsam mit Verlinkungen!

Grundsätzlich gibt es keine Regel, die besagt, wie viele Links pro Seite gesetzt werden sollten. Fakt ist: Je mehr Links gesetzt werden, desto mehr Verwirrung entsteht beim User. Gleichzeit können Verlinkungen aus SEO-Gründen vorteilhaft sein, weil sie sogenannten „Linkjuice“ auf andere Seiten vererben.

Exkurs: Linkjuice (SEO)

Unter Linkjuice (auch Linkkraft) versteht man die Eigenschaften, die mit einem Link von einer Webseite auf eine andere Seite übertragen werden. Wenige Links auf einer Seite sorgen dafür, dass die vorhandenen Links übermäßig viel Linkjuice an eine andere Webseite liefern können. Dies wiederum wirkt sich positiv auf das Ranking in den Suchmaschinen aus.

3. Verlinke auch Bilder!

Bilder und Fotos sind dafür bekannt, dass sie besonders viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. So auch die Aufmerksamkeit Deiner Besucher. Da Bilder jedoch keinen Linktext aufweisen, ist es besonders wichtig den ALT-Tag sowie Bildtitel zu verwenden. Das sorgt für ein positives Ranking innerhalb der Suchergebnisse. 

4. Hebe Verlinkungen optisch hervor!

Verlinkte Texte sollten mit bloßem Auge erkennbar sein sowie sich deutlich vom Text abheben. Häufig wird verlinkter Text unterstrichen, in einer anderen Farbe dargestellt oder mit dem Hover-Effekt versehen. 

Besonders „clickable“ sehen optisch hervorgehobene Buttons aus.

5. Verlinke nur relevante Inhalte!

Setze ausschließlich für den Leser relevante Links. Das klingt selbstverständlich, wird jedoch sehr oft übersehen. Entscheidend ist stets die Intention des Besuchers. Verlinkt sein sollten lediglich Inhalte, die im jeweiligen Kontext eine Hilfe darstellen. 

Bonus-Tipp

In einigen Fällen lässt sich auch mit externen Links die User Experience positiv beeinflussen. Werden sinnvolle Informationen zu bestimmten Themen geboten, stimmt das den Website-Besucher durchaus positiv, auch wenn dieser Deine Seite dafür verlassen muss.

6. Beachte die User mobiler Endgeräte!

Nicht nur am Desktop, auch am Smartphone oder Tablet solltest Du Deinen Website-Besuchern das bestmögliche Nutzungserlebnis bieten. Sind Schaltflächen wie Buttons, Navigationselemente oder Links zu klein führt das zur Frustration Deiner Besucher. Achte beim Platzieren der Elemente besonders auf die Größe der Touch-Elemente sowie die Abstände. Darüber hinaus liegt bei mobilen Endgeräten der Fokus des Nutzers in der Mitte des Bildschirms. Dementsprechend sollten wesentliche Inhalte auch hier zu finden sein.

Verlinkung_mobile_optimierung

Quelle: Redomino

Bonus-Tipps


1) Google bietet Dir einen Mobile Friendly Test an, der Dir zeigt, ob Deine Website den Grundlegenden Anforderungen einer mobil optimierten Seite entspricht.

2) Wird nun festgestellt, dass Deine Website noch nicht ausreichend für Mobile optimiert ist, liefert Google Dir zudem wertvolle Tipps zum Erstellen einer mobilen Website.

7. Vermeide tote Links!

Das Netz ist ständig in Bewegung. Deshalb kennt jeder User die Melung “Error 404 Page not found”. Prüfe deshalb Deine Verlinkungen laufend auf Aktualität und Relevanz. Sowohl interne als auch externe Links!

Die Hauptnavigation

Das Navigationsmenü ist zentraler Bestandteil Deiner Website. Es ermöglicht die  einfache und zuverlässige Navigation. Folgende beiden Techniken sind am verbreitetsten:

Navigationsleiste

Der Klassiker schlechthin ist eine feste Navigationsleiste, welches sich meistens im Seitenheader befindet. Zum Teil beinhalten diese auch Untermenüs, welche sich durch ein Klicken oder Drüberfahren mit der Maus aufklappen lassen. Die Inhalte des Menüs bestehen meistens aus kurzen Schlagwörtern, manchmal ergänzt um Icons, Bilder oder Texten.

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Optional kann man eine Navigationsleiste Bildschirmrand so fixieren, dass sie beim Scrollen sichtbar bleibt.

Hamburger-Menu

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Alternative Navigationsarten

Natürlich gibt es noch unzählige Alternativen zu den bereits genannten Navigationsarten.

Breadcrumb-Navigation

Diese Form der Website-Navigation kennst Du sicher aus Webkatalogen oder dem Windows Explorer. Gerade bei sehr vielen Navigationsebenen erlaubt diese dem User eine gute Orientierung.

Sitemap

Wie eine Landkarte umfasst die Sitemap alle Seiten auf einen Blick. Sind dies jedoch ein paar Hundert, hilft sie nicht wirklich bei der Orientierung.

Kontextbezogene Navigation

Der Klassiker schlechthin sind Verlinkungen im Content. Vor allem beim “intuitiven Herumklicken” bringen sie den User ans Ziel.

Schlagwortwolke

Diese Form der Website-Navigation ist relativ neu. Eine Liste von Schlagwörtern (“Tags”) wird in Form einer Wolke angeordnet, wobei sich die Größe der Wörter an deren Gewichtung orientiert. User tun sich mit “Tag Clouds” jedoch relativ schwer.

Suche

Es gibt regelrecht Fans der Suchfunktion, die gar nicht anders durch Websites navigieren. Da ein Eingabefeld für die Suchanfrage wenig Platz in Anspruch nimmt, spricht wenig gegen die Suchfunktion.

Sonstige

Es gibt natürlich unzählige weitere Navigationsarten. Vor allem mobile Apps bieten unzählige neue Möglichkeiten, sich durch Inhalte zu navigieren. Zum Beispiel der Floating Action Button. Darüber hinaus werden Sprach- und Gestiksteuerung immer relevanter.

Drei finale Empfehlungen für eine Verlinkung und Navigation

1. Vergiss Best Practice!

Kopiere nicht blind die Ideen anderer Websites. Was anderswo funktioniert, kann bei Dir böse ins Auge gehen. Entscheidend ist die User Experience Deines Zielkunden. Was junge Menschen cool finden, treibt andere in den Wahnsinn. Nicht jeder User ist geschickt mit dem Touchscreen. Und nicht jeder hat solche Adleraugen wie die 20-jährige Designerin.

2. Biete Alternativen an!

Es ist immer besser, verschiedene Möglichkeiten für den Weg von A nach B zu haben. Das gilt auch im UX-Design. Biete den Usern also zwei bis drei Navigationsoptionen an. Dann kann dieser selbst entscheiden. Messe dann, welche er nutzt. Was nicht genutzt wird, darf dann gern wieder verschwinden, um unnötige Ablenkung zu minimieren.

3. Berücksichtige die User Journey!

Wie schon beim Erstellen der Informationsarchitektur, orientiere Dich immer noch an den typischen User Journeys. Welche Pfade geht der User meistens? Welche Pfade soll der User gehen, um ohne Umwege sein Ziel zu erreichen? Web Analytics und Heatmaps zeigen Dir, wo sich die Bottlenecks befinden.

Fazit

Eine gute Linkstruktur wirkt sich positiv auf die User Experience aus. Sofern sie sich an die Wünsche und Bedürfnisse Deiner Zielkunden orientiert. Das Ergebnis sind spürbar mehr Conversions.

Über den Autor
Über den Autor

Moin aus Hamburg! Mein Name ist Frank Rix und ich beschäftige mich seit über 20 Jahren mit Content-Marketing und Conversion-Optimierung. Mein erstes Content-Projekt war 1997 ein Infotainment Special für otto.de.

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