Darum ist Content-Design so wichtig.

Darum ist Content-Design so wichtig.

Das Netz ist voll mit tollem Content. Wie soll man sich da bequem von der Masse abheben? Mit herausragendem Content-Design. Dieser Artikel soll dir dabei helfen, deine Inhalte in neuem Licht erstrahlen zu lassen.

Inhalt

Was ist Content-Design?

Ein zentraler Aspekt im Content-Marketing ist das Content-Design. Dabei handelt es sich um die konzeptionelle und visuelle Ausgestaltung eines Content Assets.

Robert Weller erklärt Content Design in seinem Buch “Content Design: Durch Gestaltung die Conversion beeinflussen” wie folgt:

Content Design beschreibt die konzeptionelle und visuelle Gestaltung digitaler Inhalte (Content) zum Zweck der Wachstumssteigerung, zum Beispiel durch die Optimierung der User Experience oder Steigerung der Conversion Rate.

Robert Weller

Im Content Design geht es also längst nicht nur um Fragen des Grafikdesigns. Es geht viel mehr um die User Experience beim Content-Kosum. Man spricht auch von Content Experience

content experience

Warum ist Content-Design so wichtig?

Investitionen in professionelles Content-Design lohnt sich aus gleich mehreren Gründen: 

  • Gutes Design sorgt für eine bessere Usability und User Experience,
  • Gutes Design fördert positive Emotionen beim User,
  • Gutes Design wirkt vertrauensbildend,
  • Gutes Design hilft bei der Imagebildung (“Brand Building”) und stärkt so den Wiedererkennungswert.

Tipps für gutes Content-Design

Inhaltliche Optimierung

  • Konzentriere dich beim Inhalt auf die Intention des Users. Welches Problem will dieser lösen? Auf welche Fragen wird eine Antwort gesucht? Nimm seine Perspektive ein!
  • Achte auf Verständlichkeit! Der User muss auf Anhieb verstehen, worum es in dem Content geht. Wird deren Sprache gesprochen? Erläutere komplexe Sachverhalte ggf. mit einem Beispiel oder einer Infografik.
  • Prüfe die Struktur deines Contents. Dieser sollte einen Anfang, einen Hauptteil sowie einen Abschluss haben. Verbunden durch einen roten Faden, einer Story oder gar einer Dramaturgie.
  • Schreibe Texte für Menschen – nicht für Suchmaschinen. Ignoriere deshalb zunächst Keyword-Dichte und andere SEO-Maßnahmen. Der Content muss in erster Linie dem User gefallen.
  • Setzt du unnötige Fremdwörter ein und versuchst so, Kompetenz zu suggerieren? Tatsächlich geht dieser Schuss meistens nach hinten los. 
  • Sind Logo und Key Visual noch aktuell? Vorsicht mit allzu klischeehaften Fotos aus Bilddatenbanken!
  • Nutze starke Verben, denn sie verleihen deinem Text mehr Kraft, Aktivität und Leben wie z. B. wachsen, halten, fangen, sehen, geben, gleiten, verlieren, klingen, kennen, mögen usw.
  • Achte unbedingt auf eine schlagkräftige Headline und Einleitung! Sie müssen den User im Bruchteil einer Sekunde in ihren Bann ziehen.
  • Setze auf Authentizität und Storytelling. Chronisches Misstrauen des Kunden ist eine der großen Herausforderungen im Marketing. 
Optimale struktur eines Blogbeitrags

Gestalterische Optimierung

  • Verwendest du mehr Farben, Fonts, Schriftgrößen usw. als unbedingt nötig? Je unruhiger das Gesamtbild wirkt, desto schwerer fällt dem User die Orientierung. Reduktion lautet das Zauberwort. Bleibe bei einer einzigen Schriftart und zwei bis drei Farben (exkl. Hintergrund).
  • Ist dein Text schnell und einfach zu erfassen? Falls nicht, hilft am besten Kontrasterhöhung, größerer Zeilenabstand und größere Schrift. Sofern du gute Augen hast, schließe nicht von dir auf andere. (Aber: Rein schwarzer Text auf rein weißem Hintergrund verringert gemäß einer Studie die Neugierde des Rezipienten.)
auswahlparadoxon
  • Eine Textzeile sollte nach spätestens 80-100 Zeichen umbrechen. Und ein Absatz umfasst besser nicht mehr als vier bis sechs Zeilen. Andernfalls ist das Lesen anstrengend.
  • Fließtext sollte stets linksbündig sein. Das erleichtert die Lesbarkeit. Versalschrift (Text in Großbuchstaben) ist ebenso zu vermeiden, weil der Inhalt schwerer zu erfassen ist.
  • Lenkt etwas vom Erfassen des Inhalts ab? Verbanne alles, was unnötig ablenkt. Vor allem animierte Elemente wie Slider und Pop-ups.
  • Erleichtere dem User die Orientierung! Setze daher Zwischenüberschriften ein – ggf. durchnummeriert. Nutze auch (im Kontext passende) Infografiken zwischen den Absätzen.
  • Wie sehen deine Artikel auf mobilen Endgeräten aus? Sind auch Grafiken gut zu erkennen? Merke: Alles, was sichtbar, aber inhaltlich nicht interpretierbar ist, irritiert.

Visual Content: Im Auge des Betrachters.

13 Millisekunden benötigt der Mensch, um ein Bild zu erfassen. Da ist es kein Wunder, dass wir vor allem umfassende Textinhalte nur flüchtig wahrnehmen. Was hingegen förmlich ins Auge springt ist Visual Content. Entsprechend groß ist dessen Bedeutung für das Content-Marketing.

Tatsächlich nutzen Content Marketer visuelle Inhalte aus verschiedenen Gründen. Zur Erzeugung von Aufmerksamkeit, zur Auflockerung von Texten, zur Generierung von organischem Traffic und zum Transport von Informationen. Das alles funktioniert jedoch nur, wenn der Visual Content ein paar Voraussetzungen erfüllt …

visual-content-marketing

Bei Visual Content handelt es sich um bildlich dargestellte Inhalte, die dazu dienen, Informationen zu vermitteln. Dabei können die Abbildungen für sich stehen oder als Bild-Text-Kombination eng verzahnt sein. 

Beispiele für visuellen Content: 

  • Fotos,
  • Illustrationen,
  • Infografiken,
  • Animationen,
  • Videos

Was macht Visual Content so erfolgreich?

Textinhalte sind durch nichts zu ersetzen. Viele User bevorzugen sie gegenüber Audio- und Videoinhalten. Text zu konsumieren ist jedoch relativ anstrengend. Tatsächlich ist das menschliche Gehirn viel besser darin, visuelle Informationen zu verarbeiten. Es verarbeitet Bilder wesentlich schneller als Textinhalte.

Na klar kann Text derart fesseln, dass die Aufmerksamkeit stets auf einem hohen Niveau bleibt. Online-Medien werden jedoch anders konsumiert als ein Buch. Der User ist viel mehr Reizen ausgesetzt. Seien es andere Browser Tabs oder Push-Nachrichten auf seinem Smartphone. Seine Aufmerksamkeitsspanne beträgt nur wenige Sekunden.

Um immer wieder um Aufmerksamkeit zu buhlen, ist Visual Content bestens geeignet. Das beweist der Erfolg von sozialen Netzwerken wie Instagram und Snapchat. Rein textbasierte Posts funktionieren selbst bei Twitter meistens schlechter. Visuelle Darstellungen unterbrechen triste Textwüsten und holen die Aufmerksamkeit des Lesers zurück. Der Einsatz von Visual Content ist unverzichtbar.

Visual Content

Bilder im Content-Marketing

Kennst du das? Du siehst ein Bild und musst plötzlich lächeln, laut lachen oder sogar weinen. Bilder sind in der Lage, tief in uns sitzende Emotionen herzuvorrufen.

Wecke mittels Bilder im Content-Marketing Emotionen, um deine Botschaft den Kunden zu vermitteln. Noch besser: erzähle kleine Geschichten, die den Kunden im Herzen berühren. 

visual-content-beispiel

Tipps für deine Bilder im Content-Marketing

  • Skizziere vorab deine Message und Dein Nutzenversprechen!
  • Behalte deine Zielgruppe vor Augen!
  • Nutze Bilder zur Auflockerung von Textinhalten.
  • Im Rahmen von SEO-Content sollten Bilder entsprechend optimiert sein.
  • Achte auf hohe Bildqualität und Auflösung!
  • Behalte stets die Nutzungsrechte im Blick!

Videos im Content-Marketing

Bewegtbild-Content gewinnt im Netz rapide an Bedeutung.
Google und Facebook reagieren bereits auf den Trend: Webseiten, die Video-Clips beinhalten, ranken häufig besser und haben somit mehr Sichtbarkeit. Video-Marketing macht also auch im Hinblick auf SEO durchaus Sinn. Aufgrund der geringen Aufmerksamkeitsspanne des Users müssen längere Videos wirklich gut sein.

Optimale Videolänge
Quelle: WLSM

Infografiken im Content-Marketing

Vor allem bei komplexen Themen können Infografiken als Content-Marketinginstrument sehr unterstützend sein. Alles Wichtige aus dem Text kann in Form von Charts, Tabellen, Diagrammen und Co. zusammengefasst werden. Dabei sollten sie jedoch einige Regeln beachten:

  • Der beschriebene Sachverhalt sollte auf seine Essenz reduziert werden.
  • Die Grafik sollte auch losgelöst, d. h. ohne ergänzende Inhalte funktionieren.
  • Präsentiere nicht mehr als sieben Elemente.
  • Nutze möglichst wenig Farben und Schriften.
  • Vermeide Textinhalte innerhalb der Infografik.

GIFs (Grafics Interchange Format)

Das Graphics Interchange Format (engl. Grafikaustausch-Format), kurz GIF (Aussprache nach Erfinder [d͡ʒɪf], häufiger jedoch auch [gɪf]), ist ein Grafikformat für Bilder mit Farbpalette (Farbtabelle mit max. 256 Farben, inkl. einer „Transparenzfarbe“). Quelle: Wikipedia

Graphics Interchange Format AKA der GIFs sind vielseitig einsetzbar.
Bereits seit einigen Jahren sind sie auf sozialen Plattformen, in E-Mails, Blog-Posts, oder auf Webseiten ein beliebtes Mittel, um das Augenmerk auf sich zu richten. Weitere Vorteile:

  • Sie sind aufgrund ihrer geringen Dateigröße mobilfreundlich
  • GIFs funktionieren, anders als Videos, in den allermeisten E-Mail-Clients
giphy-gif-content-marketing

Content-Design vs. Framing

Framing bzw. der Framing-Effekt bezeichnet das „Einrahmen“ bzw. Einbetten eines Sachverhaltes in ein bestimmtes Bedeutungsumfeld. Je nach Darstellungsweise eines Themas können Entscheidungen und Urteile der Empfänger*innen beeinflusst werden. Dieser Effekt ist im Marketing elementar. So kann ein schnödes Mineralwasser mit exklusiver Story und edler Verpackung deutlich teurer verkauft werden als herkömmliches Mineralwasser.

Content-Design ist immer auch Framing. Es geht darum, Inhalte möglichst so zu verpacken, dass sie eine bestimmte Wirkung erzielen Dabei helfen neben der Sprache auch visuelle Inhalte.

Content-Design und KI

Synthetisch generierte Inhalte spielen eine immer größere Rolle. Das bedeutet nicht, dass Inhalte inhaltlich oder gestalterisch per se besser werden. Denn der Einsatz von KI-Tools wie ChatGPT, Midjourney oder Adobe Firefly will gekonnt sein. Richtig eingesetzt ist Generative KI eine tolle Möglichkeit, Content-Design zu optimieren. 

Fazit

Investiere regelmäßig ein paar Stunden, um Dein Content-Design zu optimieren. Du wirst schnell merken, dass es immer Luft nach oben gibt. Darüber hinaus steigen die Kundenansprüche sowie der Konkurrenzdruck Tag für Tag.

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Über den Autor
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Moin aus Hamburg!
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