Was sind eigentlich Push Notifications?

Was sind eigentlich Push Notifications?

„Alex hat was gepostet!“ oder “Heute 20 % auf alle Elektrogeräte!” Es summt, piept und vibriert. Dein Handy buhlt mit diesen Push Notifications permanent um Aufmerksamkeit. Längst machen auch Werbetreibende sich diese Technologie zunutze.

Bekommst du Benachrichtigungen auf deinem Mobiltelefon, wenn jemand Bekanntes einen Facebook-Beitrag eines Fremden kommentiert hat oder wenn neue Serien auf Netflix angekündigt werden? Dann hast du die Push Notifications der auslösenden Apps aktiviert.

Was sind Push Notifications?

Fast jede Applikation auf deinem Smartphone oder Tablet versendet eigenständig Notifications bzw. Push-Benachrichtigung. Ohne die jeweilige App öffnen zu müssen, erfährt man so über z. B. neue E-Mails, Whatsapp-Status-Updates, Facebook-Freundschaftsanfragen, eBay-Angebote oder sonstiges, vermeintlich Relevantes.

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Quelle: Accengage

Ursprünglich dienten Push-Benachrichtigungen der Zeitersparnis: So führte BlackBerry 2003 Push-E-Mails ein, damit die Benutzer nicht ständig den Posteingang abrufen mussten. Apple hat Push 2008 dann zu einer systemweiten Funktion gemacht, 2013 folgte Google.

Was ist Push-Kommunikation?

In den Kommunikationswissenschaften wird zwischen Push-, Pull- und interaktiver Kommunikation unterschieden. Erstere geht immer vom Absender aus. Beispiele sind E-Mail, SMS, Push Notifications, Whatsapp, Fax und Briefpost. Deren Vorteil: Ein Werbetreibender kann den Zeitpunkt und Inhalt der Nachricht personalisieren. Damit erzeugt er eine relativ starke Aufmerksamkeit beim Umworbenen.

Wie funktionieren Push Notifications?

Im Gegensatz zu Pull-Benachrichtigungen, bei denen der User gewünschte Informationen explizit abrufen muss, werden Push-Benachrichtigungen von einem Server “gesendet”. Bei Web Push Notifications (WPN) muss sich ein Website-Besucher für einen Notification-Dienst einmalig anmelden. Für App Notifications erfolgt das Opt-in normalerweise im Rahmen der Installation. In beiden Fällen können Benachrichtigungsdienste jederzeit wieder gekündigt werden, so wie man es von einem Newsletter her kennt.

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Quelle: SZ.de

Nutzung von Push Notifications

Notifications können sowohl für die User als auch für Werbetreibende von Vorteil sein. Als User erhält man bequem alle “wichtigen” Updates – nahezu in Echtzeit, z. B. Orkanwarnungen, Breaking-News oder Fluginformationen.

Marketer hingegen können mittels Push Notifications ihre Zielkunden ansprechen, um sie zum Öffnen einer App zu bewegen und um so deren Engagement zu erhöhen. Ein schönes Werkzeug für Retention Marketing.

Formen von Push Notifications

Im Marketing werden drei Arten von Push-Nachrichten unterschieden:

  1. Follow-up Message: Im Anschkluss auf eine bestimmte Aktion (zum Beispiel Kauf) nachfassen und neuen Kunden begrüssen.
  2. Outbound Messages: Promotion oder allgemeine Benachrichtigung (Alert)
  3. Feedback Messages: Automatisierte Antwort auf eine Anfrage des Kunden.

Exkurs: Hook Model

Findest du auch, dass viele Apps einen gewissen Suchtfaktor haben? Strategen aus dem Silicon Valley sprechen von “Stickiness”. Wie dieser genau funktioniert, beschreibt Nir Eyal in seinem Bestseller “Hooked”. Basis seiner Arbeit ist das Hook Model, welches die selbst-verstärkende Bindung des Users zur App skizziert. Notifications sind in der Praxis ein überaus beliebter externer Trigger.

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Push Notifications auf Smartphones

Eine Deloitte-Studie aus 2018 fand raus, dass junge Menschen durchschnittlich 56-mal täglich auf ihr Mobiltelefon schauen. Entsprechend attraktiv ist der Einsatz von Push-Notifications für erfolgshungrige Marketer. Beliebte Inhalte sind:

  • Sportergebnisse
  • Nachrichten
  • Verkehrsinfos
  • Wetterberichte
  • Reise- und Fluginfos
  • Status vom Paketlieferanten
  • Werbung / Sonderangebote

Mit den Push-Notifications kannst du zum Beispiel User zum Öffnen deiner App oder zu einer weiteren Aktion animieren. Dazu lassen sich sogar Bildanhänge mitschicken, welche in Form eines Carousel oder Sliders navigierbar sind.

Carousel and Slider Push Notifications

Technische Umsetzung

Um Push-Nachrichten versenden zu können, stellen die Hersteller der wichtigsten Betriebssysteme (Google, Apple und Microsoft) spezielle Software Developer Kits (SDK) an. Anbieter von Apps können diese kostenlos nutzen, um User auf ihrem Endgerät anzusprechen.

Darüber hinaus gibt es plattformübergreifende Messaging-Lösungen wie Firebase Cloud Messaging (FCM).

Bequemes Erstellen und Automatisieren einer Push Notification im Rahmen von Omnichannel-Kampagnen erlauben die üblichen Marketing Clouds von Salesforce, SAP und Adobe.

Notifications im Browser (WPN)

WPN (Web Push Notifications) können ähnlich viel Aufmerksamkeit erzeugen wie App-Benachrichtigungen. Darüber hinaus benötigt der Empfänger kein Smartphone, denn WPNs öffnen sich Browserfenster. Vielleicht hast du sie auch schon mal unten rechts im Browser bemerkt.

Optimale Aufbau von einer WPN

Praxis-Tipp

Copywritting ist das A und O! Die ersten vier bis fünf Wörter entscheiden über den Erfolg einer Push Notification. Überstürze es also nicht beim Versand, sondern investiere etwas Zeit und achte auf ein schlagkräftiges Wording.

Vermeide es aber, User mit Nachrichten zu überfluten! Andernfalls werden deine Push Notifications deaktiviert oder (noch schlimmer) deine App wird komplett deinstalliert.

Über die Autorin
Über die Autorin

Carolin Weber ist erfahrene Social Media Managerin und Influencerin. Seit ihrem Bachelor of Arts im Mode- und Designmanagement unterstützt die Hamburgerin vor allem Unternehmen aus dem Umfeld von Food, Fashion und Lifestyle.

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