Content Grouping für Analytics: Welche Optionen gibt es?

Content Grouping für Analytics: Welche Optionen gibt es?

Du möchtest wissen, welche Deiner Artikel-Kategorien besonders gut performen? Tatsächlich besitzen Tools wie Google Analytics oder Adobe Analytics Features für Content Grouping, aber bei der Nutzung gibt es jede Menge zu beachten…

Wozu überhaupt Artikel und Seiten gruppieren?

Im Content-Marketing versuchen wir, die komplette Buyer Journey unserer Kunden abdecken. Auf der Suche nach Schwachstellen benötigen wir deshalb Informationen über die Performance der einzelnen Kategorien, Formate und Funnel-Phasen. Lineare Artikellisten in den Analytics bringen da herzlich wenig. Helfen würden uns hingegen Content-Gruppen (Content Grouping).

Content-Gruppen
Quelle: Simo Ahava's blog

Wonach Content gruppieren?

Im Content-Marketing interessieren uns besonders häufig diese drei Dimensionen:

  1. Phasen im Funnel (z. B. ToFu, MoFu, BoFu)
  2. Themenkategorie (z. B. Inbound-Marketing und Outbound-Marketing)
  3. Artikelformat (z. B. Artikel, Video, Podcast)

Idealerweise wird jeder Artikel genau einer Gruppe der Dimension zugeordnet. Eine Mehrfachzuordnung wäre nicht besonders hilfreich, denn Gruppeneigenschaften ließen sich nicht ohne Weiteres auf entsprechende Artikel übertragen.

Nicht so schlimm ist es, wenn Artikel keiner Gruppe bzw. einer generischen Gruppe “sonstige” zugeordnet werden.

Verfahren im Überblick

Um in der Google-Welt zu bleiben, hast Du drei Möglichkeiten, Deine Seiten zu gruppieren:

  • Universal Analytic (“Gruppierung nach Content”)
  • GA4 in Kombination mit dem GTM
  • Google Data Studio

Content gruppieren in Universal Analytic

In Universal Analytics gibt es tatsächlich noch ein Feature für Content-Gruppierung. Es ist jedoch auf nur 5 Gruppen beschränkt und auch sonst nicht besonders flexibel.

  •  nach Tracking-Code: Seiten werden mit speziellen Tags versehen.
  • per RegEx: Seiten werden auf Basis einer RegEx-Erfassungsgruppe extrahiert. Basis ist die Seiten-URL und der Seiten-Titel
  • per einfacher Regeln: Seiten werden auf Basis fester Regeln gruppiert

Verwaltung->Datenansicht->Gruppierung nach Content

In diesem Beispiel siehst Du, wie einer Gruppe “ToFu” einzelne Seiten auf Basis zugeordnet wurden.

Content filtern in Universal Analytics

Tipp für WordPress User

Mit Plug-ins wie diesem kannst Du WordPress-Kategorien und -Tags bequem an Universal Analytics liefern. Ein komplexes Regelwerk kannst Du Dir dann schenken und stattdessen Gruppierungen direkt in WordPress vornehmen.

Achtung

Jeder Artikel sollte genau einer Gruppe zugeordnet seit. Darüber hinaus ist bei der Gruppierung darauf zu achten, dass sich die Systematik und Zuordnung möglichst nie verändert. Andernfalls entstehen Verzerrungen bei der Auswertung.

Content gruppieren mit GTM für GA4

Deutlich mehr Freiheiten bei der Gruppierung entsteht durch die Nutzung von GA4 in Kombination mit dem Google Tag Manager. Zum Einsatz kommt hier eine spezielle GTM-Variable. Diese kann in GA4 genutzt werden, um Artikel-Gruppen bequem auszuwerten. Die Vorgehensweise:

1. Variable in Google Tag Manager anlegen und Regeln definieren.

Content-Gruppierung mit GA4 und GTM

2. Inhalt der Variable an Google Analytics 4 weiterleiten.

GA4 Content-Gruppierung

Tipp für WordPress User

Du willst WordPress-Kategorien oder Tags für Deine Gruppierung nutzen? Mit Plug-ins wie gtm4wp kannst Du Deinen Data Layer entsprechend füllen. Ein komplexes Regelwerk kannst Du Dir dann schenken und stattdessen Gruppierungen direkt in WordPress vornehmen.

Content gruppieren in Google Data Studio

Sofern Du Deine Analytics primär mithilfe von Google Data Studio fährst, kannst Du Gruppierungen auch direkt hier vornehmen. Lege dazu einfach ein neues Feld an und definiere eine Formel gemäß diesem Beispiel:

Content-Grouping mit Google Data Studio

Der Vorteil dieses Verfahrens?

Zum einen sind solche Formeln einfacher zu pflegen. Zum anderen lassen sich innerhalb des GTS auch Traffic-Daten aus weiteren Quellen (z. B. Search Console) entsprechend gruppieren.

Wer Rohdaten in BigQuery verfügt, kann sogar rückwirkend Gruppierungen vornehmen.

Das Problem mit Regeln

Machen wir uns nichts vor: Hunderte Wenn-Dann-Regeln sind irgendwann nicht mehr handlebar. Sie werden spätestens dann zum Problem, wenn sich regelmäßig URLs oder Titel ändern oder neue Seiten hinzukommen.

Vereinfachung ist möglich, wenn Du Tags oder Kategorien in Deinen URLs unterbringst. Beispiel: 

				
					https://allesuebertiere.de/raubtiere/tiger/
				
			

Das ermöglicht Dir, übergreifende Regeln zu definieren. Jedoch hat der Aufbau der URLs großen Einfluss auf die Suchmaschinenoptimierung (SEO). Auch kann die User Experience unter kryptischen Adressen leiden.

Dasselbe gilt, wenn Du derartige Codes im Meta Title oder in der Meta Description unterbringen möchtest. Auch das sieht nicht unbedingt schön aus und beeinflusst das Ranking.

Fazit

Content Grouping ist wichtig für die Erfolgsmessung, aber nicht ganz einfach zu implementieren. Feste Regeln im Analytics oder Dashboard Tool sind zwar einfach anzulegen, aber sind auch anfällig für Fehler. Auch verursachen sie enormen Wartungsaufwand.

Viel eleganter ist es, die Logik der Gruppenzugehörigkeit über Google Tags bzw. dem Data Layer auf CMS-Ebene zu steuern. Plug-ins gibt es für alle gängigen CMS inklusive WordPress. Ein komplexes Regelwerk kannst Du Dir dann schenken.

Über den Autor
Über den Autor

Moin aus Hamburg! Mein Name ist Frank Rix und ich beschäftige mich seit über 20 Jahren mit Content-Marketing und Conversion-Optimierung. Mein erstes Content-Projekt war 1997 ein Infotainment Special für otto.de.

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